Wenn der Schnee ausbleibt: Biken im Winter als Alternative

Bei den Muttereralm Bergbahnen macht man sich Gedanken zum Klimawandel. In schneearmen Wintern soll künftig auch der Bikepark geöffnet sein.

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Auf der Muttereralm teilen sich Fatbiker und Rodler bereits jetzt die Rodelbahn.
© muttereralm

Von Brigitte Warenski

Innsbruck — Beinahe frühlingshafte Temperaturen und kein ergiebiger Schneefall in Sicht — und das mitten im Winter. Für Tirols Skigebiete in den höheren Regionen sind die grünen Täler rundherum zwar kein wünschenswerter Anblick, aber das Skierlebnis wird nicht getrübt. Anders sieht es in den tiefer gelegenen Skigebieten aus. „Wir machen uns Gedanken darüber, wie sich die Winter weiter entwickeln werden. Der Klimawandel ist ein großes Thema für uns", sagt der Geschäftsführer der Muttereralm Bergbahnen, Stefan Klotz.

Florian Phleps
(GF Tirol Werbung: „Fatbiken kann gerade für tiefer gelegene Regionen ein ergänzendes Angebot sein.“
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Vor der Herausforderung, wie man die schneearme Zeit im Winter nützt, sind die Bergbahnen schon einmal gestanden. „Im Winter 2014/15 haben wir uns entschlossen, die Cartstrecke zu öffnen, die wir normalerweise nur im Sommer anbieten", so Klotz. Eine andere Alternative hat für Klotz aber weitaus größeres Potenzial: „Über zehn Prozent der klassischen Wintergäste sind auch Biker", weiß Klotz. Die Rodelstrecke der Muttereralm Bergbahnen können sich die Fatbiker mit den Rodlern schon teilen. Weil die Rodelstrecke aber derzeit „zu eisig ist", heißt es für den winterlichen Fahrspaß: „Bitte warten."

Doch künftig könnte auch der Schneemangel kein Hinderungsgrund mehr sein, mit dem Bike die Muttereralm zu bespielen. Wenn kein Schnee liegt und die Temperaturen keine Beschneiung zulassen, denkt Klotz daran, den Bikepark, der im Sommer zum absoluten Highlight für Einheimische und Gäste geworden ist, auch im Winter zu öffnen. „Wir würden damit die bestehende Infrastruktur ganzjährig nützen und unser Potenzial ausschöpfen", so Klotz. Die Tirol Werbung sieht den Fatbiketrend auf der Schneefahrbahn „als Nische, deren Potenzial noch nicht wirklich abzuschätzen ist", so der Geschäftsführer der Tirol Werbung, Florian Phleps. „Gerade für tiefer gelegene Regionen kann das ein ergänzendes Angebot sein, das auch unabhängig von der Schneelage funktioniert. Daher beobachten wir die Entwicklung der Angebote bzw. Nachfrage natürlich mit Interesse."

Tourengeher als großes Risiko

Tourengeher, die Rodelbahnen zum Aufstieg benützen, stellen laut dem Tiroler Rodelverbandspräsidenten Peter Knauseder „ein großes Risiko dar“. Rodelbahnen mit ihren Kurven seien nicht so übersichtlich wie Skipisten, „und wenn ein Rodler abwärts fährt, können sie dem nicht so schnell ausweichen wie ein Fußgänger“. Auch auf der Muttereralm „ist es Usus, dass Tourengeher in der Rodelbahn aufsteigen. Mit diesem Gegenverkehr muss man als Rodler halt rechnen“, sagt der Geschäftsführer der Muttereralm Bergbahnen, Stefan Klotz.

Von Fatbikes auf der Rodelbahn hält Knaus­eder nicht viel. „Wir haben in Tirol an einem guten Wochenende bis zu 14.000 Abfahrten auf den Rodelbahnen und da verstehe ich nicht ganz, warum man auch noch das Fatbiken bewirbt.“ Für ein großes Sicherheitsrisiko halten Knauseder wie Klotz Hunde, die beim Rodeln mitgenommen werden. „Ich appelliere an alle, ihren Hund anzuleinen“, so Knauseder. Klotz sind zudem die Hunde an langen Flexileinen ein Dorn im Auge. „Diese Leinen sind für Rodler unsichtbare Schnüre, die zu einer großen Gefahr werden können.“

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