Tausende Fans im Streif-Fieber: Currywurst, Bier und beste Laune in Kitzbühel

Ob zum ersten Mal oder schon immer – das Hahnenkammrennen in Kitzbühel ist für die Tausenden Fans ein großartiges Erlebnis.

Opa Rudi und Enkel Bastian freuen sich über einen österreichischen Erfolg auf der Streif.
© Thomas Böhm

Text: Harald Angerer, Fotos: Thomas Böhm

Kitzbühel –Noch ist es dunkel und die Straßen in der Kitzbüheler Innenstadt sind menschenleer, fast zumindest. Denn bereits um sechs Uhr Früh ist der Trupp des städtischen Bauhofs in Kitzbühel unterwegs, um die Überreste der Feier vom Freitag zu beseitigen und die Stadt wieder herauszuputzen. „Nachtschwärmer treffen wir inzwischen keine mehr um die Zeit, das war früher schon öfter der Fall“, berichten die Männer rund um Sigi Luxner.

Sie sind schon wieder weg, bevor die Skifans kommen: Die Männer des städtischen Bauhofs sorgen dafür, dass die Stadt am Morgen wieder sauber ist.
© Angerer Harald

Wenn sie ihren Arbeitstag beenden, beginnt für die meisten Skifans der Hahnenkamm-Samstag erst richtig. Wie für Jakob und seine Freunde. Sie sind aus Frankenberg in Oberösterreich nach Kitzbühel gekommen, um die österreichischen Skistars anzufeuern. „Wir kommen jedes Jahr nach Kitzbühel, es ist einfach großartig hier“, sagt Jakob begeistert. Zum Feiern hat er mit seinen Freunden aber nicht allzu lange Zeit, denn schon um 19.30 Uhr geht’s mit dem Bus wieder zurück in die Heimat.

An ein frühes Ende bei der Innenstadtparty denken Gerhard und seine Kollegen aus Bayern nicht. Sie sind erst zum dritten Mal an der Streif, einen klaren Schlachtplan haben sie aber trotzdem schon im Kopf. „Wir sind nur heute hier, aber das ist kein Problem. Es ist ja keine Frage der Dauer, sondern der Intensität“, betonen die Männer und stimmen vor dem Rennen noch zuversichtlich „So sehen Sieger aus“ an. Aber auch wenn es heuer keinen deutschen Sieg auf der Streif geben sollte, gefeiert wird trotzdem ordentlich.

Bereits zum 23. Mal sind Christian und Daniel in Kitzbühel. Gefeiert wird deshalb nicht mehr ganz so lange.
© Thomas Böhm

„So richtig los geht’s bei uns um 9 Uhr“, schildert Martin Holleis von den ÖBB. Er ist mit seinem Team für den reibungslosen Ablauf der Zug­shuttles an der Haltestelle Hahnenkamm in Kitzbühel zuständig. Fünf Personen haben den ganzen Tag den Zugverkehr im Auge, auch die Bahnsteige. Erstmals kommt hier auch ein Videosystem zum Einsatz. „Wir sind fertig, wenn der Letzte wieder mit dem Zug nach Hause gefahren ist“, scherzt Holleis über die Länge ihres Arbeitstages. Ganz falsch ist das allerdings nicht, denn er und seine Männer sind bis knapp nach ein Uhr im Einsatz und heute Sonntag geht’s natürlich weiter.

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Mit dem Zug gekommen sind auch Claudia, Carina und Anna. „Wir kommen schon seit vielen Jahren nach Kitzbühel. Die Stimmung ist großartig“, sagt die junge Salzburgerin. Lange mit dabei – umgerechnet auf sein Alter – ist auch Bastian aus Niederösterreich. „Ich komme schon seit drei Jahren nach Kitzbühel“, erzählt er stolz. Immerhin ist er erst acht Jahre alt. „Ich nehme ihn seit drei Jahren immer mit, es macht ihm riesigen Spaß“, schildert Opa Rudi.

Zwar nicht das erste Mal in Kitzbühel, aber erstmals mit einem Foodtruck in der Stadt vertreten ist Christoph Wilson. Er stammt aus Kitzbühel, lebt aber seit 20 Jahren in Hamburg. Nun ist er mit seiner in St. Pauli berühmten „Heißen Ecke“ bei der Innenstadtparty vertreten und bringt die legendäre Currywurst aus Hamburg in die Berge. Dazu gibt’s Pommes mit Trüffelmayonnaise.

Von Kitzbühel nach Hamburg und wieder zurück: Christoph Wilson mit der berühmten Currywurst aus St. Pauli.
© Thomas Böhm

„Ihr habt Glück, dass ich da bin, eigentlich wollte ich vor dem Rennen nochmal schnell die Streif runterfahren“, scherzt der Exil-Kitzbüheler. Er war bereits im Sommer mit seinem Foodtruck in der Heimat. „Es macht großen Spaß, wieder hier zu sein. Gestern war es noch etwas ruhig, aber heute geht’s schon rund“, freut sich Wilson und ist ganz in seinem Element. Ganz im Stile eines Fischmarktschreiers weiß er genau, wie er seine Currywurst anpreisen kann.

„Wir halten dem Mayer die Daumen“, sagen Klaus und seine Freunde aus Niederösterreich – und sie sollten damit voll ins Schwarze treffen. Seit neun Jahren kommt die Truppe zum Hahnenkammrennen, aber nicht nur für einen Tag. „Wir sind seit Donnerstag hier und bleiben bis morgen“, erzählen sie. Nachdem sie am Freitag also schon den zweiten Platz von Mayer feiern konnten, war es nun der Sieg.

Zum ersten Mal an der Streif sind Samuel, Tiffany, Jennifer, Alexandra und Raphael aus der Schweiz. Klar, dass sie Beat Feuz die Daumen halten.
© Thomas Böhm

Ebenfalls Grund zum Feiern haben Samuel, Tiffany, Jennifer und Raphael aus der Schweiz mit dem zweiten Platz von Beat Feuz. Sie sind das erste Mal in Kitzbühel. Einige Jahre Vorsprung haben da schon Christian und Daniel aus Oberösterreich. Sie sind schon zum 23. Mal beim Hahnenkammrennen dabei. Aber nur noch einen Tag, das reiche. „Wir werden ja auch nicht jünger. Früher waren wir länger hier“, schildert Christian. Aber auch wenn sie nur einen Tag hier sind, die Fahrt lohne sich auf jeden Fall: „Das Rennen ist großartig und die Party danach auch.“

Die Feier in der Kitzbüheler Innenstadt wird lediglich von der Siegerehrung mit anschließendem Feuerwerk beim Zielhaus unterbrochen. Wofür die Skifans aber gerne noch einmal aus der Stadt zur Streif und wieder zurück pilgern ...

Das Feuerwerk nach der Siegerehrung ist der Startschuss für die Feierlichkeiten am Abend.
© Thomas Böhm

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