Nach Hahnenkammwochenende: Normalität hält wieder Einzug in Kitzbühel

Die 80. Hahnenkammrennen sind Geschichte und Kitzbühel kommt wieder zur Ruhe. Von allen Beteiligten wird die gute Stimmung hervorgehoben, dementsprechend wenig zu tun hatten die Einsatzkräfte.

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Aus der Partymeile wurde in nur einem Tag wieder die normale und beschauliche Kitzbüheler Innenstadt.
© Thomas Böhm

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Die Skistars sind weg, wie auch Promis, Stars und Sternchen und Tausende Skifans. In Kitzbühel war gestern großes Aufräumen angesagt. Doch noch einmal ist es laut am Fuße des Hahnenkamms. Hubschrauber transportieren Lasten durch die Luft, Lastwagen frequentieren die Innenstadt und an allen Ecken und Enden wird abgebaut und zusammengeräumt. Am Tag danach ist das große Aufräumen und Bilanz-Ziehen angesagt. Auch bei den Verantwortlichen für die Innenstadtparty. Seit einigen Jahren wird diese von Rass & Dorner abgewickelt.

Thomas Rass zieht eine sehr positive Bilanz. „Für mich war das heuer ein Bilderbuch-Hahnenkammrennen. Wir sind schon seit 18 Jahren dabei, aber das war das beste“, ist Rass überzeugt. Auch die Innenstadtparty sei an allen Tagen reibungslos verlaufen. „Wir hatten keine gröberen Vorkommnisse. Die Stimmung war ausgezeichnet“, sagt Rass. Besonders gut angenommen wird der Schulpark, der seit drei Jahren ebenfalls zur Innenstadt-Veranstaltungszone gehört. „Hier sind wir nun aber schon fast wieder an der Grenze angelagt“, schildert der Veranstalter.

Zufrieden mit dem Wochenende sind auch die Standlbetreiber in der Innenstadt. „Der Samstagnachmittag war sehr gut“, freut sich Christian Aschaber, der schon seit vielen Jahren beim Hahnenkammrennen vertreten ist. Wenig Freude hat er allerdings mit der frühen Sperrstunde um 22 Uhr. Das ist schon sehr früh“, sagt Aschaber. Zufrieden ist auch Christoph Wilson. Der Exil-Kitzbüheler war erstmals mit seinem Foodtruck bei der Hahnenkammparty mit dabei. „Der Freitag war nicht so gut, aber das haben wir am nächsten Tag alles aufgeholt. Da haben sie uns regelrecht ausgeräumt“, schildert Wilson. Am frühen Schluss will Rass festhalten. „Damit verhindern wir die Exzesse. Hier gibt uns die Erfahrung Recht“, sagt Rass.

Trotzdem will Rass in Sachen Alkoholkonsum weiter nachbessern. „Innerhalb des Veranstaltungsbereiches läuft es sehr gut, doch draußen sieht das anders aus“, sagt Rass. Er spricht damit an, dass bereits vor dem Eventgelände viel verkauft und auch konsumiert wird. Hier müsse man sich aber nicht an die strengen Richtlinien, was alkoholische Getränke betrifft, halten. „Hier werden wir Gespräche mit der Stadt führen, um eine Lösung zu finden“, sagt Rass.

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„Ohne Niederschlag haben wir schon gewonnen“, sagt Hans-Peter Mair, Chef vom städtischen Bauhof. Damit konnten die zwei Kehrmaschinen zum Einsatz kommen, was die Arbeiten deutlich erleichtert und beschleunigt. „Mit den Kehrmaschinen wird es auch richtig sauber. Wenn Schnee liegt, dann bleibt immer etwas Müll zurück, das ist heuer nicht so“, erklärt Mair. Die insgesamt 35 Männer des Bauhofs haben unter anderem an die neun Tonnen Müll eingesammelt. „Von den vergangenen beiden Jahren fehlen uns wegen des Schneefalls die Werte, aber das ist schon eine große Menge“, erklärt Mair.

Positiv blickt auch das Rote Kreuz auf das Hahnenkammwochenende zurück. „Es gab keine Ausreißer und für die Menge an Zuschauern wenig Einsätze“, sagt Einsatzleiter Markus Krenn. Es mussten 170 Personen versorgt werden. Etwa zehn Prozent der Einsätze sind auf Alkohol zurückzuführen, „da sind aber auch die Stürze dabei“, sagt Krenn. Er hebt auch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Skiclub, dem Veranstalter der Innenstadtparty und den anderen Einsatzkräften hervor.

Neu kam heuer beim Roten Kreuz ein so genanntes Trackingsystem zum Einsatz. Dabei wurde genau gespeichert, wo es zu Einsätzen gekommen ist. Damit sollen Hotspots erkannt werden. „Die Daten werden dann an den Skiclub weitergeleitet, um hier Rückschlüsse zu ziehen“, sagt Krenn. Damit könnte die Versorgung noch einmal verbessert werden.

„Wir ziehen eine äußerst positive Bilanz. Da gibt es normale Wochenenden, an denen mehr passiert“, sagt Bezirkspolizeikommandant Martin Reisenzein. Einen Einsatz zum Schmunzeln gab es für die Polizei am Samstagabend, ein Golfcart wurde von Partygästen für eine Spritztour entwendet. „Die Stimmung war sehr gut und nicht aggressiv und natürlich gab es auch Betrunkene, aber es war ein schönes Sportfest“, betont Reisenzein.

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