Burgenländische Landtagswahl ist voll im Gange

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Die Burgenländer sind am Sonntag zur Wahl geschritten. Bei frostigen Temperaturen und unter trübem Himmel gaben im Laufe des Vormittags auch die Spitzenkandidaten der antretenden Parteien ihre Stimme ab. Zur Wahl aufgerufen sind 250.000 Burgenländer. Bei dem Urnengang steht die einzige rot-blaue Landesregierung am Prüfstand.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) schritt in seiner Heimatgemeinde Oberwart in Begleitung seiner Lebensgefährtin Julia zur Stimmabgabe. Beim Wahllokal traf er auf die Dritte Landtagspräsidentin Ilse Benkö (FPÖ) und den Oberwarter Stadtchef Georg Rosner (ÖVP). Er sei „mit einer sehr guten Stimmung“ zum Wählen gekommen, sagte Doskozil. Eine persönliche Anspannung sei natürlich vorhanden, „aber das ist eine positive persönliche Anspannung.“

Für den Landeshauptmann ist es die erste Wahl. Bei der letzten Wahl 2015 erhielt die SPÖ unter Hans Niessl mit einem Minus von 6,34 Prozentpunkten und 41,92 Prozent den niedrigsten Zuspruch seit sie 1964 zur dominierenden Kraft im Land wurde. Er habe immer gesagt: „Die Wahl ist gewonnen, wenn wir ein Plus vor dem Ergebnis haben und das gilt auch am heutigen Tag“, bekräftigte Doskozil am Sonntag sein Ziel.

Zweitstärkste Kraft ist im Burgenland die ÖVP mit aktuell 29 Prozent. Deren Spitzenkandidat Thomas Steiner gab nach der Messe in Begleitung seiner Frau seine Stimme in einer Volksschule in Eisenstadt ab. „Gespannt und zuversichtlich“ betrat er das Wahllokal. Er hoffe auf mehr Zuspruch, um die ÖVP wieder in Regierungsverantwortung zu führen, wiederholte auch der Eisenstädter Bürgermeister sein Wahlziel.

In der Regierung als SPÖ-Partner bleiben will dagegen die FPÖ unter Johann Tschürtz. Die blaue Landeshauptmannstellvertreter-Partei erzielte bei der Flüchtlingskrisen-Wahl 2015 einen Topwert von 15,04 Prozent. Tschürtz wählte Sonntag zu Mittag in Begleitung seiner Familie in seiner Heimatgemeinde Loipersbach. Er glaube nach wie vor, dass die FPÖ das Ergebnis von 2015 „vielleicht halten“ können werde. „Dass uns Ibiza geschadet hat, liegt auf der Hand“, betonte Tschürtz. Der Wähler könne aber durchaus zwischen der Bundes- und der Landespolitik unterscheiden - und auf Landesebene habe es keine Skandale gegeben, sagte er. Deshalb hoffe er erneut auf rund 15 Prozent.

Die Grüne-Spitzenkandidatin Regina Petrik kam mit dem Rad zur Stimmabgabe, davor besuchte sie die Sonntagsmesse. Sie sei „verhalten zuversichtlich“. „Das Ziel, ein drittes Mandat zu erreichen, ist für uns greifbar“, zeigte sich Petrik optimistisch die aktuellen 6,43 Prozent übersteigen zu können.

Manfred Kölly, Spitzenkandidat des Bündnis Liste Burgenland (LBL), gab ebenfalls in seiner Heimatgemeinde Deutschkreutz seine Stimme ab. Kölly gab sich dabei optimistisch, dass die LBL zum dritten Mal den Einzug in den Landtag schaffen werde. Er habe „keine Zweifel daran“, sagte er vor dem Wahllokal in der Europaschule.

NEOS-Spitzenkandidat Eduard Posch wählte schon am Vorgezogenen Wahltag vergangene Woche. Sein Ziel ist der erstmalige Einzug in den Landtag, für den mindestens vier Prozent erforderlich sind.

Vom Land der Sonne war am Wahlsonntag weit und breit nichts zu sehen. Das Wetter war frostig, feucht und trüb. Die ersten Wahllokale öffneten um 6.45 Uhr, Wahlschluss ist um 16 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt wird es erste Hochrechnungen geben. Mit einem vorläufigen Ergebnis ist zwischen 20 und 21 Uhr zu rechnen.


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