Ein 80er-Jubiläum mit vielen Gewinnern: Das war Kitzbühel 2020

Damit das Werkl Hahnenkammrennen läuft, müssen unzählige Zahnräder greifen. 1500 Mitarbeiter legten sich wie die Rennfahrer ins Zeug und garantierten damit eine Jubiläumsparty, die noch länger nachhallen wird.

Buntes Treiben am Ganslernhang beim Slalom am Sonntag.
© Thomas Böhm

Massenhaft: 18.000 Zuschauer beim Super-G, beachtliche 50.000 in der Abfahrt und 18.000 beim ersten Ganslern-Slalom ohne Marcel Hirscher — mit 86.000 Fans hatten es die 80. Hahnenkammrennen in sich.

Klischeehaft: Michael Huber, der nie um eine Wortspende verlegene Präsident des Kitzbüheler Ski Clubs, zitierte eine Textzeile von Elton John: „Don't Let the Sun Go Down on Me." Eine Anspielung aufs Wetter, denn das spielte in der Hahnenkammwoche zum Gaudium der 50 TV-Stationen mit.

Boshaft: So könnte man dem deutschen Rapper Sido seinen Auftritt beim Stanglwirt auslegen, mit dem er das Publikum frappierte und für gehörige Aufregung in vornehmlich deutschen Medien sorgte. Der gastgebende Stanglwirt in Going distanzierte sich von den Provokationen des 39-jährigen Berliners, der sich via Twitter zu rechtfertigen versuchte.

Fabelhaft: Im Sinne der Werbung hätten sich manche Touristiker wohl bunter durchmischte Podeste gewünscht, aber Skirennen sind nun einmal keine Wunschkonzerte. Mit den Plätzen 2 (Super-G/Matthias Mayer), 1 und 2 (Abfahrt/Mayer, Vincent Kriechmayr) sowie 2 (Slalom/Marco Schwarz) wurde die selbst ernannte Ski-Nation Nummer eins in Kitzbühel wieder ihrem Anspruch gerecht.

📽| Video: Mayer gewinnt Kitzbühel-Abfahrt

📽| Video: ÖSV-Asse auch im Slalom stark

Launenhaft: Das galt für Arnold Schwarzenegger, der bei seiner Charity kein Wort an die Medien richten wollte. Die Aufmerksamkeit war dem Terminator gewiss, der im Rahmen seiner Auktion beachtliche 900.000 Euro für Film-Devotionalien lukrierte. Nicht weniger als 200.000 sollten es anderntags beim Kitz Charity Race sein, von dem benachteiligte Familien einen unerwarteten Geld­regen erwarten dürfen. Kitz kann eben auch Benefiz ...

Sagenhaft: Die 1500 Mitarbeiter hatten das Hahnenkammrennen im Griff, nicht zuletzt der Kitzbüheler Ski Club. Dessen Heinzelmännchen sorgten nach Meinung der Läufer für „sagenhafte" Rennbedingungen. (floh)

Unter die 18.000 Fans mischten sich auch die Señoras Nieves und Anna.
© Thomas Boehm / TT
Treue Weggefährten – Familie und Fanklub Feller sind stets mit von der Partie.
© Thomas Böhm
Papa Gotthard und Mama Anita Gstrein unterstützten ihren Fabio.
© Thomas Böhm

Sehr wenig Einsätze

Im Zuge des Ambulanzdienstes des Roten Kreuzes waren am Wochenende insgesamt 170 Sanitäter und sechs Ärzte im Einsatz. Die Anzahl der Versorgungen liegt bei 177 Personen, 45 davon mussten abtransportiert werden.

Der Anteil von Einsätzen, die auf Alkoholeinfluss zurückzuführen sind, liegt bei knapp zehn Prozent. Ein Happy End gab es für ein Kind, welches kurze Zeit verloren gegangen war. Die Eltern wurden rasch gefunden, das Kind wurde in der Zwischenzeit vom Kriseninterventionsteam betreut.

Der Bauhof Kitzbühel war mit 35 Männern während der drei Tage im Einsatz. Bei der Party in der Kitzbüheler Innenstadt waren weitere 60 Mitarbeiter des Veranstalters Rass & Dorner im Einsatz, dazu kamen 60 Security-Mitarbeiter und zwölf Feuerwehrmänner.

Positiv bilanziert auch Bezirkspolizeikommandant Martin Reisenzein. An den drei Tagen gab es lediglich sieben Anzeigen wegen Körperverletzung, fünf Sachbeschädigungen und zehn Diebstähle. (aha)


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