Haflinger-Züchter reißen sich um Ebbser Tickets

Nie gekannter Ansturm auf die Weltausstellung am Fohlenhof in Ebbs. Erster wichtiger Termin 2020 ist die Hengstkörung.

Wie im Vorjahr (Bild) stellt auch heuer die Hengstkörung den ersten wichtigen Termin im Haflinger-Züchterjahr dar. Den Höhepunkt bildet die Weltausstellung mit bis zu 25.000 Besuchern.
© Bob Schouten

Ebbs – Fohlenhof-Geschäftsführer Robert Mair hat es derzeit wirklich nicht leicht. Hundert­e Züchter reißen sich um die Teilnahmetickets für die größte Haflinger-Pferdezuchtveranstaltung der Welt. Von 21. bis 24. Mai werden Teilnehmer aus 20 Nationen die schönsten Haflinger in Ebbs präsentieren. Das Ausleseverfahren ist derzeit im Gang und entsprechend der Bedeutung der Veranstaltung sind Mair und eine Kommission von Experten in ihrem Urteil streng. Immerhin geht es um die Qualität der Tierzucht.

„Der Andrang war noch nie so groß wie heuer“, teilt man beim Verband mit. Jede nationale Vereinigung will so viel­e Pferde wie möglich entsenden. Doch die Tiroler bleiben hart, maximal 50 „Blondinen“ pro Nation sind möglich. Die sollen zudem von so vielen verschiedenen Züchtern wie möglich stammen.

Insgesamt 800 Tiere werden in der Kaisergemeinde im Mai erwartet. Da dort jeder Vierbeiner erstmals bei einer Weltausstellung in einer eigenen Box stehen wird, um das Tierwohl zu gewährleisten, ist der Platz im Areal beschränkt.

Aus Sicht des Besucherinteresses könnte 2020 ebenfalls ein echtes Rekordjahr werden. Erstmals kann man online (www.haflinger-tirol.com) Tickets für die Ausstellung und das umfangreiche Rahmenprogramm kaufen. Und wie in Ebbs zu erfahren ist, ist der Verkauf bereits voll angelaufen. Erwartet werden bis zu 25.000 Besucher.

Das Weltausstellungsjahr wird mit einem für die Züchter nicht unbedeutenden Ereignis eröffnet: der traditionellen Hengstkörung, die am Sonntag, den 2. Februar, ab 9 Uhr am Fohlenhof stattfindet. Für die dreijährigen Pferde entscheidet sich an diesem Tag, ob sie künftig für den Deck­einsatz verwendet werden.

Besonders wichtig ist dabei für den Haflinger-Pferdezuchtverband Tirol die naturnahe Aufzucht und Haltung der Haflinger, wie man betont. Dazu gehört auch der Almsommer. Obwohl die Junghengste bereits seit Dezember des Vorjahres ihre ersten eigenen Hengstboxen nebeneinander haben, werden sie bis zur Körung täglich gemeinsam im natürlichen Herdenverbund auf der Koppel gelassen. Auf ihren großen Tag wurden sie vom Fohlenhof-Team intensiv vorbereitet. Zur „Reifeprüfung“ gehört für die Junghengste eine Zuchttauglichkeitsuntersuchung.

Haflinger, die die strengen Selektionen nicht bestehen, wechseln frühestens nach abgeschlossener Grundausbildung im Reiten und Fahren den Besitzer. (wo)


Kommentieren


Schlagworte