Baulandumlegung: Siedlungserweiterung in Stams startet

Langer Atem bei einer Baulandumlegung macht sich nun für 14 neue Bauplätze im Stamser Weiler Windfang bezahlt. Ab dem Frühjahr starten die Baumaßnahmen für eine 150-Meter-Straße.

  • Artikel
  • Diskussion
Im März beginnt die Gemeinde Stams mit der Erschließung der Siedlungserweiterung in Windfang.
© Dorn

Von Agnes Dorn

Stams – Um im Rahmen einer Baulandumlegung insgesamt 13 bis 14 neue Bauplätze zu schaffen, hat die Gemeinde Stams schon vor zwei Jahren die Erschließung des Gebiets im Weiler Windfang beschlossen. Schon damals hatte die Finanzierung der Straße für Diskussionen gesorgt. Schließlich endeten diese in einem einstimmigen Beschluss, welcher nun erneut in Frage gestellt wird.

Die übliche Vorgangsweise für ein Baulandumlegungsverfahren ist ein sinnvolles Erschließungskonzept durch die Gemeinde. Die jeweiligen Grundbesitzer stellen dafür anteilsmäßig Wegflächen zur Verfügung, welche dann in Gemeindebesitz übernommen werden.

Die jüngst beschlossene Vergabe von Baumeisterarbeiten für die Leitungsverlegung sowie für den Straßenbau sorgte für Ärger bei GV Bernhard Passler: „Der Weg muss zwar ins öffentliche Gut genommen werden, die Kosten muss aber nicht die Gemeinde tragen.“ Seiner Meinung nach seien falsche Informationen darüber im Umlauf. „Das ist der erste Weg, den die Gemeinde zahlt“, artikuliert auch GV Hermann Schweig­l sein Unverständnis für die Vorgangsweise.

„Wenn der Weg schon der Gemeinde gehört, dann hat sie auch für die Erschließung dieses Areals zu sorgen. Die Gemeinde kann nur eine Kostenbeteiligung als Vorschuss verlangen und muss den Betrag später gutschreiben, wenn das Grundstück bebaut wird“, erläutert dazu Gemeindeamtsleiter Walter Christl. Er ergänzt: „Wenn die Gemeinde Bauland erschließt, verlangt sie eine Kostenbeteiligung. Aber das ist noch Freiland.“ Da sich aber nicht alle Grundbesitzer zufrieden mit der Baulandumlegung und der damit einhergegangenen Grundabtretung für den Straßenbau zeigten, sei eine Kostenbeteiligung aller Parzellenbesitzer außerdem undenkbar, glaubt Bürgermeister Franz Gallop. Vorausgegangen war, dass zwei Eigentümer in Berufung gegangen waren, wobei jedoch das Landesverwaltungsgericht den Umlegungsbescheid bestätigte.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Ob man die Unterkofferung finanzieren solle, nahm in der Diskussion mehr Zeit in Anspruch als die Frage, ob es sinnvoll sei, bereits im Vorfeld die gesamte Straße inklusive Asphaltschicht zu bauen. Denn bisher gibt es erst ein konkretes Bauvorhaben, für dessen Erschließung auch ein 90 Meter langer Weg genügen würde.

„Wir haben nur den kurzen Weg um 110.000 Euro budgetiert. Wenn wir aber den gesamten Weg bei einem Baustart bis zum 15. März errichten lassen, bekommen wir einen Preisnachlass von der Strabag und können den Überling von 40.000 Euro im Jahr darauf zinsfrei zahlen“, argumentierte BM Gallop für die Auftragsvergabe des gesamten, rund 150 Meter langen Wegs. Nach einem mehrheitlichen Beschluss mit drei Gegenstimmen wird nun im Frühjahr eine fünf Meter breite Straße im Freiland errichtet werden. Die Umwidmung des ersten Grundstücks wird bei der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung stehen.


Kommentieren


Schlagworte