Munition vor Geschäft abgestellt: Neue Details zum Waffendiebstahl

Offenbar haben ein sorgloser Lieferant und der Zufall zum Diebstahl von drei Feuerwaffen und mehreren zehntausend Schuss Munition geführt.

Wasserretter bei der Bergung der gestohlenen Munition aus dem Inn bei Telfs. Die drei Schusswaffen waren in einer Wohnung.
© zeitungsfoto.at

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Wie konnten drei Diebe vor einer Woche zwei Schrotflinten, eine Kleinkaliberpistole und rund 50.000 Schuss Munition bei einem Innsbrucker Waffengeschäft erbeuten? Diese Frage ließ Katja Tersch, Chefin des Landeskriminalamtes, am Sonntag noch unbeantwortet. Wie TT-Recherchen mittlerweile aber ergaben, könnte ein allzu sorgloser Lieferant den Diebstahl ermöglicht haben. Angeblich hat der Transportdienst die Palette mit den Waffen und der Munition einfach vor dem Waffengeschäft abgestellt, ohne die Lieferung einem Mitarbeiter zu übergeben. So kam es, dass die brisante Fracht in der Nacht zum 21. Jänner ohne Absicherung und offenbar auch ohne Wissen der Angestellten im Außenbereich des Geschäfts abgestellt war.

Eine Gelegenheit, die tatsächlich Diebe machte. Und die fanden die Palette, schnitten die Plastikabdeckung auf und stießen auf die Waffen, die Munition und weitere Verkaufsartikel. Die gesamte Beute wurde mit einem Pkw abtransportiert, der Diebstahl blieb zunächst unentdeckt. Das änderte sich, als eine Zeugin die Steinacher Polizei alarmierte. Die Frau beobachtete in einem Wald bei Navis, wie zunächst unbekannte Verdächtige einen offenkundig überladenen Pkw ausräumten und Fracht in einem weiteren Fahrzeug verstauten. Der Auftakt für umfangreiche Ermittlungen, die am Freitag zur Ausforschung von drei Verdächtigen führten. Dabei handelt es sich um einen 21-Jährigen, einen 25-Jährigen und eine 20-Jährige. Das Trio soll im Wipptal bzw. im Raum Telfs wohnhaft sein. Die beiden Burschen wurden noch am Freitag bzw. Samstag festgenommen. Der Jüngere ist wieder auf freiem Fuß, der 25-Jährige musste in die Justizanstalt übersiedeln: „Gegen ihn wurde bereits die Untersuchungshaft verhängt“, bestätigt Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

Auch die Beute konnte größtenteils sichergestellt werden: Die Munition befand sich noch im Wald bei Navis bzw. wurde zum Teil im Inn bei Telfs versenkt. Die Schusswaffen waren in der Wohnung des 25-Jährigen.

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