Österreichs Regierungsspitze gedenkt Opfer des Holocaust

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Am internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust beteiligt sich auch die österreichische Regierung an einer Gedenkkampagne in den sozialen Netzwerken. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) twitterten Fotos, auf denen sie Schilder mit der Aufschrift #WeRemember hochhielten. Kardinal Christoph Schönborn twitterte: „Christen können nicht Antisemiten sein.“

Die bereits seit mehreren Jahren laufende Kampagne soll Bewusstsein schaffen, warum es wichtig ist, sich der Ereignisse vor mehr als sieben Jahrzehnten zu erinnern. Als Sinnbild für die Gräuel des Holocaust gilt das NS-Vernichtungslager Auschwitz, das vor 75 Jahren von Truppen der Roten Armee befreit wurde. Der Tag der Auschwitz-Befreiung wird seit dem Jahr 2006 weltweit als Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen.

„Am 27. Jänner gedenken wir der über sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Welt diese Gräuel niemals vergisst und entschlossen gegen alle Formen von Antisemitismus und Antizionismus ankämpft“, schrieb Bundeskanzler Kurz bereits am Sonntagabend unter sein #WeRemember-Foto.

Am Montag erklärte Kurz, auch nach 75 Jahren sei das Gedenken an die Opfer „wichtiger denn je“. Auch müsse weiter gegen „alle Formen des Antisemitismus sowie Antizionismus“ angekämpft werden, so der Bundeskanzler.

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„Wir müssen aus den Gräueltaten der Shoah die richtigen Konsequenzen für die Gegenwart und Zukunft ziehen und uns der Geschichte ehrlich und vorbehaltlos stellen. Für Antisemitismus, Rassismus und Hetze darf es niemals Platz in unserer Gesellschaft geben.“, so Kurz. Es sei „unsere Pflicht“, antisemitischen Tendenzen „im In- und Ausland entschieden entgegenzutreten.“

NEOS-Klubchefin Beate Meinl-Reisinger und FPÖ-Obmann Norbert Hofer wiesen auf die gesellschaftliche Verantwortung hin. Man müsse Toleranz hochhalten und für eine weltoffene Gesellschaft eintreten. Auch Kardinal Schönborn und der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer gedachten der Opfer.

Meinl-Reisinger mahnte, „Niemals vergessen“ dürfe keine leere Phrase werden. Vielmehr solle es ein Auftrag sein. „Gerade in einer Zeit, in der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hinterfragt werden und nationalistische Ideen wieder Aufwind haben, müssen wir entschieden für eine weltoffene und liberale Gesellschaft eintreten“, so Meinl-Reisinger.

Ebenfalls unter dem Hashtag #WeRemember postete Schönborn auf Twitter: „Christen können nicht Antisemiten sein. Nie dürfen wir das unvorstellbare Leid vergessen, das unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern angetan wurde. Auch nach 75 Jahren bleibt die Frage aktuell: Wie konnte so etwas mitten unter uns geschehen?“ Der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer warnte in einer Aussendung vor einer „steigenden Tendenz der Verharmlosung oder gar Leugnung“ der Holocaust-Verbrechen. Es sei keine Option zu vergessen, denn das Vergessene komme „unversehens, unerkannt“ zurück.

Bereits am Freitag hatten Vizekanzler Kogler sowie seine Grüne Regierungskolleginnen Alma Zadic, Rudolf Anschober und Ulrike Lunacek Tweets mit #WeRemember-Fotos versendet. „Nie wieder. Es ist unser aller Pflicht, die Geschichte zu kennen und heute geschlossen denen entgegenzutreten, die Rassismus und Antisemitismus salonfähig machen wollen. Denn der von den Nationalsozialisten organisierte Massenmord darf nie vergessen werden“, so Kogler.

„Die Geschichte hat gezeigt; das große Böse kommt in vielen kleinen Schritten. Die Shoah darf sich nicht wiederholen und es liegt in unser aller Verantwortung, die Erinnerung wach zu halten u die Vorzeichen rechtzeitig zu erkennen“, schrieb Justizministerin Zadic. Sozialminister Anschober forderte: „Wir müssen die Geschichte an künftige Generationen weitergeben und vereint gegen Hetze und Spaltung auftreten.“ Ähnlich äußerte sich auch Lunacek, die betonte: „Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen niemals vergessen werden.“

ÖGB-Präsident Katzian betonte: „Gewalt und Rassismus sind keine Phänomene der Vergangenheit, sondern tägliche Herausforderung. Niemals vergessen!“


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