Neue Initiative: Tourismus braucht dringend Fachkräfte in Tirol

Mit der neuen Initiative „Arbeiten im Tourismus – besser als du denkst“ sollen zukünftige Fachkräfte zu einer Ausbildung motiviert werden.

Die beiden Tourismus-Obmänner in der Wirtschaftskammer Alois Rainer und Mario Gerber (r.) suchen mit einer neuen Initiative Mitarbeiter.
© WK Tirol

Innsbruck – Die Tourismusbranche schlägt Alarm. „Wir suchen händeringend Fachkräfte“, sagt Mario Gerber, Obmann der Gastronomie. Er erinnert an die knapp 50 Millionen Nächtigungen in Tirol 2019. „Diese Dienstleistung wird von den Mitarbeitern erbracht“, betont er. Nichtsdestotrotz sinken die Lehrlingszahlen. In der Hotellerie gab es seit 2010 ein Minus von 39,6 Prozent bei Lehrlingen, in der Gastronomie wurden es immerhin um 36,7 Prozent weniger Lehrlinge in Tirol.

Nun wird eine neue Offensive gestartet. Mit der Initiative „Besser als du denkst“ sollen Vorurteile der Bevölkerung direkt angesprochen und entkräftet werden, erklärt Alois Rainer von der Fachgruppe Gastronomie. Gerber und Rainer kennen die Branche in allen ihren Facetten, „sicher gibt es schwarze Schafe“, sagt Rainer offen, mit ihnen wolle man reden.

Thomas Hackl, Juniorchef des Innsbrucker Hotels „Goldener Adler“, kennt das Problem eines Lehrstellenmangels nicht. Als „ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ könnten sich die Hackls die Lehrlinge aussuchen. Trotzdem kümmert sich die Familie Hackl gut um ihr junges Nachwuchspersonal. „Für jede gute Note gibt es mehr Gehalt, für das Team Building einen Personal Trainer und wir führen dauernd Einzelgespräche, um die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen zu beachten.“ Zudem will die Familie ihren Mitarbeitern „auf Augenhöhe begegnen“.

Das Vorurteil „rauer Umgangston“ und „Stress“, etwa in der Küche, kennen alle drei, Hackl, Gerber und Rainer. „Na ja, während des Mittagsgeschäfts wird vielleicht im Stress nicht dauernd bitte und danke gesagt, aber ansonsten sollten diese Zeiten vorbei sein“, sagt Rainer. Gastronomie und Hotellerie wüssten auch, dass die „Work-Life-Balance“ immer wichtiger werde. Trotzdem gebe es immer mehr Mitarbeiter, die gerade den geteilten Dienst (Frühstücksdienst bis ca. 11 Uhr und Abendgeschäft ab 17 Uhr) schätzten, denn in der Nachmittagspause könnte Sport betrieben werden. Gerber will in der neuen Initiative aber ehrlich bleiben: „Im Tourismus muss man arbeiten, wenn die Gäste da sind.“ Mehr Gehalt soll es schon bald im zweiten und dritten Lehrjahr geben, „da hinken wir hinterher“, zeigen sich Gerber und Rainer vor den Kollektivvertragsverhandlungen optimistisch. Auch der Stellenwert der Tourismusausbildung müsse im Land steigen. Gute Ausbildner sollen auch heuer wieder mit dem Siegel „ausgezeichneter Lehrbetrieb“ sichtbar gemacht werden. (ver)

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https://www.besseralsdudenkst.at/


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