Raumordnung: Gemeinde Sölden will keinen Ausverkauf

Söldens Bürgermeister wirbt für die Vertragsraumordnung als probates Mittel, um ausländischen Investoren beizukommen.

Die Raumordnung in einem touristischen Hotspot wie Sölden wird teils heiß diskutiert.
© Parth

Von Thomas Parth

Sölden –Nach den jüngsten Diskussionen im Gemeinderat von Sölden rund um ein Bauvorhaben räumt nun die Abteilung Raumordnung mit möglichen Missverständnissen auf: „Wenn im örtlichen Raumordnungskonzept eine Bebauungsplanpflicht vorgeschrieben ist, bedeutet dies im Ergebnis, dass nur gebaut werden darf, wenn ein Bebauungsplan erlassen ist. Wird ein Bebauungsplan nicht erlassen, muss ein eingereichtes Bauansuchen dementsprechend abgewiesen werden. Der Bauwerber kann sich im Zuge einer Beschwerde gegen diese Abweisung an das LVwG (Landesverwaltungsgericht) wenden.“

In die Kritik geraten waren Ferienhäuser, wo ausländische Eigentümer im Grundbuch aufscheinen. Speziell die Oppositionsseite kritisierte einen „Ausverkauf der Heimat“. Auch hierzu findet die Raumordnung klare Worte: „Im Bauverfahren ist der Nachweis zu erbringen, dass kein Freizeitwohnsitz errichtet und keine Eigennutzung begründet werden soll.“

An BM Ernst Schöpf und den Gemeinderat wurde ein Bauansuchen herangetragen. Darin wünscht der Bauwerber einen Bebauungsplan. So könnte er mehr als die gesetzlich möglichen fünf Appartements errichten. „Dazu haben wir Nein gesagt“, erinnert Schöpf an das 13:2 Mehrheitsvotum.

Der Bürgermeister wirbt einmal mehr für die „Vertragsraumordnung“. Durch diese erhalte die Politik einen Hebel, um auf mögliche Verkäufe mittels Vorkaufsrecht für die Gemeinde reagieren zu können. „Rein im Bauverfahren ist das nicht zu schaffen, wie wir an einem Beispiel bereits erfahren haben“, so Schöpf. Im vorliegenden Fall „habe ich bis dato nichts Neues gehört“, schließt Schöpf.

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