„Can’t control it“ von „hhanoi“: Solotrip zurück zu den Anfängen

Markante Stimme und Akustikgitarre: Hans Hauser vulgo „hhanoi“ präsentiert sich auf seiner neuen CD „Can’t control it“ wieder als Allein-Künstler.

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Hans Hauser greift am liebsten zur Akustikgitarre. Mit dieser und einer Gesangsstimme lasse sich eine ganze Band simulieren.
© Zajac

Von Markus Schramek

Innsbruck –Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Versuche, die Musik von Hans Hauser (deutlich besser bekannt unter dem Künstlernamen hhanoi) einzuordnen, gibt es schon viele. Bitte um Aufmerksamkeit, hier folgt nun der nächste: ein bisschen Neil Young hier, Anflüge von zornigem Grunge dort, dazu einige Prisen Soul Asylum oder sogar Spandau Ballet.

Quell solcher Querverweise ist die grundsätzliche Schwierigkeit, Musik mit Worten zu beschreiben. Und Hans Hauser selbst findet solche Zuschreibungen in erster Linie unterhaltsam. „Ich bin schon mit Musikern verglichen worden, deren Songs ich kaum kenne“, erzählt der aus St. Johann in Tirol gebürtige Gitarrist, Sänger und Songwriter im Gespräch mit der TT.

Hausers viertes Album ist seit Kurzem auf dem Markt. „Can’t control it“ (erschienen bei Marmota/Hoanzl) heißt der Longplayer. Auf die Studioarbeit kann sich der CD-Titel nicht beziehen, denn da hatte Hauser alles unter Kontrolle: Er singt, komponiert, spielt Gitarre und Bass.

Nach zwei Alben im Duo mit Drummer Lucas Geiler wandelt Hauser beim Viertling auf Solopfaden. „Es ist ein Egotrip mit Ablaufdatum“, scherzt der Alleinunterhalter. Zwischen ihm und Geiler herrsche bestens Einvernehmen. Weitere gemeinsame Projekte seien geplant.

„Can’t control it“ ist für hhanoi die Rückkehr zu den Anfängen von anno 2012. „Damals bin ich als Singer-Songwriter mit einem Akustikalbum gestartet“, sagt der 38-jährige, der sich neben der Musik auch als Lehrer seine Brötchen verdient.

Neu erfunden hat sich Hauser neuerdings aber nicht. hhanoi (eine Verschmelzung von Hausers Initialen mit dem Namen der von ihm bereisten vietnamesischen Hauptstadt) ist klanglich nahe dran an den Vorgängern. Dafür sorgt schon Hausers Stimme. Dies­e gibt sich entspannt-träumerisch (zu hören auf dem Track „Winter“), auf „Patiently“ wird sie groovig, bei „Berlin“ darf Pop mitmischen, während „Lost Cause“ oder „Tonigh­t“ ihre lautstarken Hinausschrei-Phasen haben.

Vertonte Lyrik, diesmal von Edgar Allan Poe („A Dream“) und Paul L. Dunbar („Poem“), sind ein Faible des Musikers – und eine Herausforderung. Solche Textvorlagen erfordern eine besondere Musik.

Apropos Musik: Instrumental forciert Hauser auf der neuen Scheibe sein Lieblingsinstrument Akustikgitarre (für sie hat er auch einen Studien­abschluss). Seltener kommt die E-Gitarre zum Einsatz. Auf Drums wird bei einigen Songs verzichtet. „Stimme und Akustikgitarre können eine ganze Band simulieren“, ist Hauser überzeugt.

Bald schon kann man dies­e selbstbewusste Ansage anhand der neuen Songs live überprüfen (Konzerttermine am Textende). Gut möglich, dass dabei die List­e jener Bands, mit denen hhanoi verglichen wird, weiteren Zuwachs erhält. Es gibt auch fraglos weit Schlimmeres, als mit Größen der Musikszene in einem Atemzug genannt zu werden.

Info

hhanoi-Konzerte in Tirol: am 28.2. in St. Johann (Alte Gerberei) und am 13.3. in Innsbruck (Treibhaus).


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