Telfs Tabellenschlusslicht nach drei Monaten: Eine komplizierte Wiedergeburt

Beim neu gegründeten EC Telfs übertrifft die Euphorie noch das Punktekonto.

© Michael Kristen

Von Daniel Lenninger

Telfs –Vor knapp 700 Zuschauern stand Astrid Westerthaler im Mittelkreis und strahlte mit den Scheinwerfern der Telfer Eishalle um die Wett­e. Trotz einer anschließenden 2:8-Pleite gegen Wattens erinnert sich die Präsidentin des frisch gegründeten Vereins gerne an jenen Augenblick am 2. November, der Telfs nach über zehn Jahren zurück auf die Eishockey-Landkarte brachte.

Fast drei Monate später liest sich die sportliche Momentaufnahme der Knights jedoch bescheiden: Tabellenschlusslicht in der Landesliga mit 91 Gegentoren in 13 Spielen. „Unser kleiner Kader hatte vor allem zu Beginn mit Verletzungen zu kämpfen“, erklärt Westerthaler. Aber man will sich in Telfs ohnehin nicht ausschließlich über die Kampfmannschaft definieren. Die Kooperation mit der Handelsakademie Telfs soll irgendwann in einer Eishockey-Akademie gipfeln. Auch der Fokus auf die Jugendarbeit soll das Interesse ankurbeln.

© Bernhard Stelzl Photography

„Der Nachwuchs“, nickt die einstige Lebensgefährtin von Fußball-Legende Gischi, „genießt bei uns Priorität.“ Dadurch soll gewährleistet werden, dass das Eishockey-Fieber in Telfs auch langfristig grassiert und neben dem runden Leder und dem Football auch die kleine schwarze Scheibe ins Herz geschlossen wird. Die Infrastruktur spielt jedenfalls alle Stückerln ...

An der Oberfläche dreht sich natürlich vieles um die Kampfmannschaft, der zuletzt auch ein Sieg gegen Wattens gelungen war. Ein Achtungserfolg der Truppe von Trainer Ralf Ochs und zudem eine Antwort auf Kritik hinsichtlich fehlender Ausgeglichenheit des neuen Liga-Formats. „Auch andere Mannschaften wie Weerberg haben gezeigt, dass das Potenzial vorhanden ist“, ortet Westerthaler eine Entwicklungschance. Der Tiroler Eishockeyverband hatte via Facebook-Posting ebenfalls Geduld eingefordert. Im demnächst anstehenden Play-off (ab 8.2.) droht die Herkules­aufgabe Hohenems. Von der aktuellen Situation will man sich nicht entmutigen lassen. „Dieser Weg wird steinig und schwer“, gab einst bereits Xavier Naidoo zum Besten.

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Vorerst steht am Wochenende die letzte Grunddurchgangsrunde auf dem Programm – in der Tabelle führt Hohenems (36 Pkt.) vor Kufstein (30), Wattens (26) und Kundl (20).


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