Gedecktes Minus und ein verschobener Kredit in Roppen

Die Gemeinde Roppen wird für heuer den Sparstift ansetzen müssen, schlagen sich doch die Ausgaben der Vorjahre zu Buche.

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Der Preis für weitere Gewerbeflächen wird voraussichtlich von der Gemeinde Roppen um 10 Euro angehoben werden, um die Kosten zu decken.
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Von Agnes Dorn

Roppen –Durch die neue Bilanzierungsmethode, die von allen Gemeinden heuer erstmals umgesetzt werden muss, treten etwaige Problembereiche besser hervor als in der alten Haushaltsrechnung, wo im außerordentlichen Haushalt mehr „korrigiert“ werden konnte.

In Roppen etwa hatte der Gemeinderat einen Voranschlag für 2020 mit einem Minus von über 634.000 Euro zu beschließen. „Das Minus ist gedeckt“, beruhigte BM Ingo Mayr gleich zu Beginn und erläuterte die Rechnung:

Denn was im neuen Voranschlag nicht berücksichtigt werden dürfe, sei der Kassa­abschluss vom 31. 12. 2019, der immerhin ein Plus von 495.500 Euro aufweist. Weiters betrage die voraussichtliche Kreditaufnahme 300.000 Euro für den Ausbau des LWL-Netzes (schnelles Internet, Anm.). Dafür könne die Gemeinde in weiterer Folge 132.000 Euro an Förderungen lukrieren. Mit der Rücklage aus dem Vorjahr und dem Kredit sei das Minus aber gedeckt, sagt Mayr.

Dass der diesjährige Gemeindehaushalt nicht gerade glänzt, ist indes den vergangenen Investitionen geschuldet: 3,5 Millionen Euro für den Kindergarten, drei Millionen Euro für das Trinkwasserkraftwerk sowie 700.000 Euro für die dritte Baustufe des Gewerbeparks. „Wir haben in den letzten Jahren irrsinnig viel Geld ausgegeben und jetzt müssen wir halt sparen“, machte Vize-BM Günter Neururer auf die 7,2 Millionen in den letztjährigen außerordentlichen Haushalten aufmerksam. Die zu erwartenden Förderungen für die großen Projekte werden großteils erst ab 2021 hereinkommen, so Mayr ergänzend.

Eigentlich wäre es geplant gewesen, das 700.000 Euro schwere Darlehen für die Grundkäufe von Baustufe 3 des Gewerbeparks nach und nach mit den Geldern aus den Weiterverkäufen zurückzuzahlen. Als Deadline war hierzu der 31. 12. 2021 veranschlagt, weshalb die Summe auch nicht im Voranschlag für 2020 aufscheint. Doch die nun in Aussicht stehenden Einnahmen – vorsichtig angesetzt – in der Höhe von 450.000 Euro aus den Verkäufen der Hälfte der Flächen sind bereits verplant. Darum überlegt nun die Gemeindeführung, die Rückzahlungen des Darlehens zu verlängern.

Verkauft wird aktuell ein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück an einen Frächter sowie weitere 2680 Quadratmeter an ein Busunternehmen. Zum Kaufpreis von 60 Euro kommt jeweils ein Infrastrukturbeitrag von 35 Euro pro Quadratmeter hinzu. „Das haben wir schon in der Baustufe 1 erfolgreich durchgeführt. Das bringt uns steuerliche Vorteile und das Finanzamt ist einverstanden“, so Dorfchef Mayr.

Begründet wird der Infrastrukturbeitrag, für den die Gemeinde keine Steuer entrichten muss, mit den Kosten für Umwidmung, landschaftliche Begleitmaßnahmen und Erdarbeiten. Im Verkaufsvertrag legt der Gemeinderat zudem fest, dass für das größere der beiden Grundstücke die Beschäftigung von mindestens 35 Dienstnehmern, für das kleinere Grundstück mindestens acht kommunalsteuerpflichtige Vollbeschäftigte vorgeschrieben werden.


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