Nach Lift-Bergungen im Zillertal: „Sicherheit steht an erster Stelle“

Sturm und Nebel sorgten am Dienstag für Ausnahmezustand in Zillertals Skigebieten. Mehrere Wintersportler mussten abgeseilt und der Betrieb vorübergehend eingestellt werden.

Heftige Sturmböen wirbelten im Skigebiet Hochzillertal die Liftsessel wild umher. Danach war die Anlage nicht mehr funktionstüchtig.
© ZOOM.TIROL

Von Nikolaus Paumgartten

Gerlos, Kaltenbach – Es waren Windböen mit bis zu 160 Stundenkilometern, die am Dienstagnachmittag im Skigebiet Hochzillertal den Neuhüttenlift außer Funktion gesetzt haben. Von elf Wintersportlern auf der Anlage konnten vier durch die Liftbediensteten geborgen werden, sieben weitere Personen mussten von der Bergrettung abgeseilt werden. Wie berichtet, wurde dabei niemand verletzt.

Plötzlicher Wetterumschwung

„Die Sache hätte aber auch ganz anders ausgehen können“, sagt der Bezirksleiter der Bergrettung Ulrich Huber am Tag nach dem aufwändigen Einsatz. Tatsächlich kursiert im Netz ein Video, das zeigt, wie der Sturm einen unbesetzten Liftsessel wild umherwirbelt. „Es waren zwar nur zwei, drei heftig­e Windstöße, der Lift konnt­e anschließend aber nicht mehr weiterfahren“, berichtet Huber. Im Gegensatz dazu konnte die Sonnenjet-Sesselbahn im Gemeindegebiet von Aschau mit 35 Personen im Rückwärtsgang leergefahren werden. Einen Vorwurf will Bergrettungs-Bezirksleiter Huber den Bergbahnen nicht machen. Zwar habe sich die Wetterfront angekündigt, mit einem derart plötzlichen Hereinbrechen und heftigen Böe­n habe man aber nicht rechnen können, sagt er.

📽 Video | Heftige Sturmböen erfassen Liftsessel

Aufziehender Sturm und starker Nebel waren am Dienstag auch der Grund dafür, dass in den Skigebieten Zillertalarena und Gerlos sämtliche Lift- und Pisten­anlagen geräumt wurden. Bis kurz vor 15.30 Uhr wurden rund 2000 Tagesgäste ins Tal gebracht. „Die Entscheidung dazu wurde früh genug getroffen, sodass wir alle Sessellifte leerfahren konnten und niemanden abseilen lassen mussten“, erklärt Thomas Gredler, Betriebsleiter der Zeller Bergbahnen. Wann ein Lift eingestellt wird, entscheidet immer der jeweilige Betriebsleiter in Abstimmung mit dem Seilbahnmaschinisten. Sturmfronten im Gebiet gebe es immer wieder einmal, so heftig wie am Dienstag fallen sie laut Gredler jedoch höchstens zwei- bis dreimal pro Saison aus.

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Nicht alle haben Verständnis

Dass die Wintersportler mitunter wenig Verständnis für Lift- und Pistensperren haben, weiß Annemarie Kröll, Prokuristin der Zillertalarena: „Zumindest ist es oft nicht einfach, den Gästen im Tal zu erklären, warum die Lifte nicht fahren, wenn es unten windstill ist.“ Wintersportlern am Berg dagegen, die den Sturm selbst miterleben, würden sich deutlich verständnisvoller zeigen. „Klar ist: Die Sicherheit steht an erster Stelle“, betont Kröll. Und wenn diese nicht gewährleistet ist, werde der Betrieb eingestellt.


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