Harter Konkurrenzkampf: Richtige Mischung fordert „Opfer“

Im vorletzten Test vor dem Frühjahrsstart musste sich die WSG Swarovski Tirol dem norwegischen Pokalsieger Viking Stavanger mit 1:3 (1:2) beugen. Trotz feiner Temperaturen wird das Klima etwas rauer.

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Aus La Manga: Alex Gruber

La Manga –Unter spanischer Sonne und bei Temperaturen um die 20 Grad plus ließ sich WSG-Coach Thommy Silberberger in einem „hochintensiven Test“ gestern noch nicht (ganz) in die Karten blicken. Das lag einerseits daran, dass Abwehrchef Ione Cabrera und Neuzugang Thanos Petsos (leichte Adduktorenprobleme) erst am Samstag bei der Generalprobe gegen ZSKA Moskau auflaufen können, andererseits aber auch daran, dass „Silbi“ so viele Kaderspieler wie möglich bei Laune halten will. Selbst wenn das bei 28 Mann (darunter die beiden Youngsters Felix Ebner und Felix Kerber und insgesamt vier Goalies) nur noch ein paar Tage möglich sein wird.

Die Nestwärme hat im nahenden Abstiegskampf der heimischen Bundesliga im WSG-Lager schön langsam den Abflug gemacht. Daran ändert auch das milde Wetter im Trainingscamp im Real Club Campoamor (ca. 70 km von Alicante entfernt) nichts.

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„Auf mich nimmt auch keiner Rücksicht, wenn wir nicht die Liga halten“, sollte der WSG-Coach gestern nach 94 Minuten und munteren Wechselspielchen bei beiden Teams diktieren. Und jene Startelf, die sich herauskristallisieren soll, sei „eine Mischung aus beiden Halbzeiten“. Denn: „Letztlich steht über allem die Frage der Qualität.“

Die WSG hielt den Laden gestern im 4-3-3-Korsett über 30 Minuten dicht, ehe ein Traumtor das 0:1 brachte. Kaum eine Minute später hatte Rechtsverteidiger Fabian Koch nach Adjei-Flanke das 1:1 am Fuß und vergab. „Erinnere mich nicht daran“, sagte der „Kochi“ auf der Tribüne später. Wohlwissend, wie schwer so ein vergebener Sitzer einige Wochen später im Überlebenskampf wiegen könnte. Das 0:2 wurde den „Wikingern“ mit einem leichten Ballverlust von Routinier Florian Mader serviert und quasi wieder im Gegenzug ließ Sebastian Santin, der über die rechte Flanke mit Koch für Tempo sorgen soll, den nächsten Hochkaräter aus. Den fälligen und verdienten Anschlusstreffer markierte dann kurz vor dem Wechsel Benni Pranter (1:2/42.) nach Dedic-Vorlage.

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Im zweiten Durchgang kam dann Funkturm Stefan Maierhofer im Sturmzentrum zu seinem Debüt. Der „Major“ forderte lautstark „Ruhe am Ball“ ein, sicherte einige Bälle und fand per Kopf eine (Halb-)Chance vor. Hinten glänzte ein Sandro Neurauter mit einer (Bier-)Ruhe, die die Qualität eines der Verlässlichsten im Kader unter Beweis stellte. Das wurde auch von Silberberger und Sportmanager Stefan Köck mit einem Plus notiert.

In den kommenden Tagen trennt sich die Spreu wahrscheinlich noch weiter vom Weizen. „Wir brauchen vor allem aktive Mittelfeldspieler im Zentrum“, mahnt Silberberger ein. Dass man von den neun Legionären in der Meisterschaft – mit dem Hintergrund der Förderungen aus dem Österreichertopf – nur sechs auf den Spielbericht schreiben kann, ist Fakt.

Ione Cabrera und Thanos Petsos sahen von der Tribüne aus.
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Im Match gab es gestern in Halbzeit zwei noch einen satten Svoboda-Schuss, der bald das 2:2 gebracht hätte (51.), zu notieren. Und der „Svobo“ hält auf der „Sechs“ wohl ganz gute Karten. Das 1:3 von Stavanger hinterließ Silberberger mit dem Schluss, dass die Norweger in Österreich „in den Top sechs“ mitspielen würden. Der primäre Blick gilt aber den eigenen Reihen.

Internationales Freundschaftsspiel

WSG Swarovski Tirol – Viking Stavanger (NOR) 1:3 (1:2)

Tore: Pranter (42.) bzw. Bytyqi (30.), Nilsen Tangen (36.), Bjorshol (90.).

WSG: Oswald (64., Beccari); Koch (46., Gölles), Hager (46., Neurauter), Soares (46., Gugganig), Buchacher (31., Adjei/64., Jauregui); Kovacec (46., Toplitsch), Mader (46., Svoboda), Grgic (46., Nitzlnader); Santin (46., Yeboah/74., Kerber), Dedic (46., Maierhofer), Pranter (46., Rieder).

Nur Ione Cabrera und Thanos Petsos kamen von den Feldspielern noch nicht zum Einsatz.


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