Skitour auf den Planskopf: Über mehrere Gipfel zum Ziel

Die Skitour auf den Planskopf (2804 m) im Oberland überzeugt durch traumhafte und lange Abfahrten ins Urgtal. Sichere Verhältnisse sind für diese Tour Voraussetzung.

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Vom Oberen Sattelkopf (Bild) geht es zum Planskopf.
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Fiss – Haben Sie schon einmal vom Planskopf im Oberland gehört? Einem 2804 Meter hohen Gipfel in der Samnaungruppe, der am Ende des Urgtales und östlich des Furglers liegt? Nein? Zu Beginn der Woche haben wir den Planskopf besucht. Mit Tourenski.

Im Winter ändern sich die Verhältnisse oft schnell. Neuschnee und Wind sind bekanntlich die Baumeister von Lawinen. Beides hat es zuletzt gegeben. Also Achtung: Die Tour auf den Planskopf erfordert definitiv sichere Verhältnisse. Bei allen Varianten. „Alle Wege führen nach Rom“, heißt ein Sprichwort und viele Wege führen hinauf auf den Planskopf.

Einerseits ist die Tour von Hochgallmigg/Fließ (1460 Höhenmeter) aus machbar, andererseits kann mit zu Hilfenahme der Fisser Bergbahnen die Tour enorm verkürzt werden. Trotzdem kommt man in den Genuss von 1100 Höhenmetern in der Abfahrt. Wir haben uns für Variant­e zwei entschieden, welche auch für Freerider äußerst interessan­t ist, wie uns der Geschäftsführer der Fisser Bergbahnen, Benny Pregenzer, erklärt. Ihn haben wir in Fiss bei unserem Tourenausflug getroffen.

So kommt man hin: Wir starten die Tour in Fiss und fahren mit der Schönjochbahn hinauf bis zur Bergstation. Dort fellen wir auf und entlang der Piste geht’s zunächst 160 Höhenmeter hinauf zum Zwölferkopf. Von dort in südlicher Richtung bergab, bis wir die Piste verlassen und im freien Gelände unterwegs sind. Vom Zwölferkopf ist der gesamte Tourenverlauf gut einsehbar. Ganz im Westen zeigt sich der Planskopf.

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Bergauf und bergab folgen wir immer dem breiten Rücken, zuerst hinüber zum Oberen Sattelkopf, von dort weiter zum Hinteren Sattelkopf. Zwei Gipfel oberhalb des Skigebietes, bei denen wir noch auf ein Gipfelkreuz treffen. Die Aussicht am Grat ist grandios. Unter uns tummeln sich unzählige Skifahrer wie Ameisen auf den Pisten. Obwohl wir eigentlich in einem Skigebiet unterwegs sind, sind wir hier mutterseelenalleine. Nach Osten hin zeigt sich am Kaunergrat etwa die Rofelewand. Im Süden sind die höchsten Spitzen der Ortlergruppe zu sehen und in Richtung Norden lässt sich unverkennbar z. B. die Parseierspitze (3036 m) blicken, der einzige Dreitausender der Lechtaler Alpen.

Nun hat man die Qual der Wahl. Entweder man bleibt am Grat und steigt über den Brunnenkopf weiter zum Planskopf oder man fährt vom Hinteren Sattelkopf nordseitig die steilen Kare hinunter ins Urgtal, quert dort nach Westen, fellt wieder auf und steigt von dort zum Gipfel des Planskopfes. Beide Varianten sind möglich. Wer allerdings am Grat bleibt, der muss einmal eine kurze, seilversicherte Stelle abklettern.

Wer allerdings das Stück ins Urgtal abfährt, dem ist eine steile, aufgrund der Exposition (N) fast immer pulvrige Abfahrt schon während des Aufstieges garantiert. Egal für welchen Aufstieg man sich entscheidet, beide Wege führen letztendlich über den Osthang/Grat zum Ziel, den Planskopf.

Geschafft. Dieses Panorama hat sich das Prädikat „top“ verdient. Vor uns zeigt sich der Furgler, der vielleicht bekannteste Skitourenberg in diesem Gebiet, welcher sowohl von Serfaus aus als auch von See im Paznauntal im Winter recht häufig besucht wird. Die Abfahrt erfolgt dann über das Urgtal. Über herrliches Skigelände, welches teilweise recht steil ist und sichere Verhältnisse voraussetzt, geht’s das Urgtal hinaus. Über 1000 Höhenmeter bis zum Urgsee, der übrigens auch im Sommer zum Verweilen einlädt.

Nach dem See trennen sich die Wege. Wer von Hochgallmigg gekommen ist und dort wieder hinwill, der muss sich links halten (vorbei an der Landecker Skihütte). Wer zurück ins Skigebiet will, muss rechts hinauf und dabei einen etwa zehnminütigen leichten Gegenanstieg in Angriff nehmen. Diesen nehmen wir, bis wir oberhalb der Landecker Skihütte die Almbahn erreichen. Von dort geht’s bequem und im Besitz einer Tourengeherkarte mit der Gondel hinauf bis zum Zwölferkopf und von dort weitere 1100 Höhenmeter über die Pisten retour nach Fiss.

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Speziell bei Freeridern sind die Abfahrten ins Urgtal sehr beliebt. Mit relativ wenigen Metern im Aufstieg sind häufig herrliche und lange Pulverabfahrten garantiert. Die Lawinenverhältnisse müssen jedoch sicher sein. Sicher nicht zu kurz kommt man im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis und in der Region, was die Kulinarik betrifft. Unzählige Gastronomiebetriebe laden nach einer Skitour förmlich zu einer Stärkung ein. Und dabei liegt das Augenmerk vor allem auf Regionalität.

Produkte wie Fleisch etc. werden von heimischen Bauern bezogen. Eier etwa liefert ein Pistengerätfahrer und Mitarbeiter der Bergbahnen von seinen 800 Hühnern, verrät uns Benny Pregenzer. Auf ein Produkt ist man aber ganz besonders stolz: und zwar auf die Gerste. Über Jahre war die Gerste aus dem Landschaftsbild mehr oder weniger verschwunden. Vor ein paar Jahren feierte die „Fisser Gerste – oder Imperialgerste“ ein regelrechtes Comeback. Auf Initiative eines Bauern wurde wieder eine robuste Gerste angebaut. Und der Ertrag macht sich bezahlt. Nicht nur zur Brotherstellung und für die legendäre Gerstlsuppe wird das Getreide verarbeitet. So wird zu hundert Prozent aus Fisser Gerste das Tyroler Imperial-Zwickl-Bier gebraut. Wer es hingegen etwas hochprozentiger wünscht, mittlerweile gibt es auch einen eigenen Whiskey aus der Region, den so genannten „Fissky“.

In diesem Sinne viel Spaß am Planskopf und in Serfaus-Fiss-Ladis. Ob mit Bier, Whiskey oder einer Gerstlsuppe. Eine Kostprobe hat man sich nach der Tour verdient. (flex)


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