Wohnungsvergabe: Stadt will arbeitende Obdachlose bevorzugen

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© Böhm

Erwerbsarbeit ist kein Schutz vor Obdachlosigkeit. In Innsbruck gibt es aufgrund der horrenden Mietpreise Menschen, die sich trotz Arbeit keine Wohnung leisten können und deshalb auf die Angebote der Notschlafstellen zurückgreifen müssen. Genau diese Personen möchte die Stadt Innsbruck hinkünftig bei der Vergabe von städtischen Wohnungen bevorzugen. Einen entsprechenden dringenden Antrag zur Änderung der Vergaberichtlinien hat FPÖ-Stadträtin Andrea Dengg in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend eingebracht und Wohlwollen aller Parteien geerntet. „Menschen, die arbeiten und auch darüber hinaus in der Lage sind, soziale Regeln einzuhalten und ihrem Tagesablauf eine Struktur zu geben, gehören nicht in eine Notschlafstelle“, argumentiert Dengg. Das sahen auch alle anderen Mandatarinnen und Mandatare so und beschlossen einstimmig, diesen Antrag an den Stadtsenat zuzuweisen.

Das Thema Betteln beschäftigt die Landeshauptstadt weiter. Nachdem Ende vergangenen Jahres das Bettelverbot auf Sondermärkten mit knapper Mehrheit wieder abgeschafft wurde, haben die Liste Fritz, die Grünen, Für Innsbruck, SPÖ, NEOS und ALI am Mittwoch den Antrag eingebracht, rund um das Betteln eine Arbeitsgruppe zu installieren. Darin sollen verschiedene Systeme zur Regelung, Unterstützung und zum Schutz bettelnder Menschen diskutiert werden. Zudem soll über Maßnahmen gegen Ausbeutung von Bettlern nachgedacht werden.

Für Diskussionen sorgten indes mehrere Anträge rund um Änderungen der Tarifgestaltung für Öffi-Tickets. Jene Anträge, die Gratis-Öffis für diverse Personengruppen (Kinder und Jugendliche, Einheimische oder Personen mit geringem Einkommen) zum Inhalt hatten, wies Bürgermeister Georg Willi (Grüne) mangels Bedeckungsvorschlägen zurück. Mit dem NEOS-Vorschlag, Studierenden mit Hauptwohnsitz in Innsbruck ein günstigeres IVB-Ticket anzubieten, wird sich hingegen der Stadtsenat beschäftigen. (dd)


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