VP-Nationalrätin kürzt Rotkreuz-Tätigkeit

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Tanda (l.) folgte Margarete Schramböck in den Nationalrat nach.
© ÖVP

Innsbruck – Im Landesverband des Roten Kreuzes in Tirol knirscht es. Grund dafür ist das politische Engagement der Geschäftsführerin des Innsbrucker Roten Kreuzes Alexandra Tanda. Sie sitzt seit Jänner für die Volkspartei im Nationalrat. Bereits vor Wochen empfahl der Landesverband deshalb dem Innsbrucker Obmann Rupert Stöckl eine Karenzierung Tandas, sorgt sich der Verband doch um die politische Überparteiligkeit der Non-Profit-Organisation, die auf Spenden und Freiwillige angewiesen ist, denn Tanda rückte nicht nur für Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in den Nationalrat nach, sondern ist seit Jänner auch Mitglied der ÖVP-Frauenbewegung in Tiro­l. „Aus Überzeugung“, wie sie gegenüber der TT erklärt.

Dass die Neo-Nationalrätin ihre politische Tätigkeit ausschließlich in der Freizeit ausüben und weiter Vollzeit-Geschäftsführerin bleiben werde, sorgte zuletzt für Irritationen: weil Tanda noch dazu das Rechnungswesen im Innsbrucker Roten Kreuz leitet und als ehrenamtliche Geschäftsführerin von zwei Tochterunternehmen des Vereins fungiert. Jetzt sind Stöckl und Tanda bemüht, die Wogen zu glätten.

So wird Tanda ab 1. Februa­r ihre Tätigkeit um zehn Wochenstunden zu reduzieren. „Wir haben bereits vereinbart, dass wir uns die Entwicklung in den ersten Monaten genau ansehen werden“, sagt Tanda. Für sie gibt es darüber hinaus keine Unvereinbarkeit zwischen ihrem Beruf und dem politischen Mandat. Und einem Klubzwang wolle sie sich nicht unterwerfen, wie sie bereits im Sommer erklärt hat.

Stöckl bestätigt die Empfehlung des Landesverbands, will jedoch nichts übers Knie brechen. „Für mich steht stets das Wohl des Roten Kreuzes im Vordergrund. Wir werden uns das Schritt für Schritt anschauen und notfalls entsprechende Lösungen präsentieren. Tanda ist aber eine ausgezeichnete Geschäftsführerin.“ Am 20. Februar wollen Stöckl und Tanda jedenfalls die Mitglieder in einer Infoveranstaltung über die aktuelle Situation informieren und mögliche offene Fragen klären.

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Im Landesverband ist die Diskussion hingegen noch nicht beendet. Die internen Richtlinien sollen überarbeitet und präziser formuliert werden. Vor allem, was politische Funktionen betrifft, heißt es. Damit kann der Innsbrucker Obmann Stöckl leben. „Wir haben einen eigenen Compliance-Verantwortlichen und werden uns selbstverständlich in die Diskussion einbringen.“ (pn)


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