Innsbrucker ÖVP sucht den Weg aus der Negativspirale

Der interne Putsch bleibt ungestraft, die Partei will sich „zusammenraufen“. Anzengruber soll Vize werden, Appler kehrt als Klubobmann zurück.

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Präsentierten die „Zukunftslösung“ für die Stadt-VP: Hannes Anzengruber (l.) soll Franz Gruber (r.) als Vizebürgermeister folgen, Christoph Appler kehrt als Klubobmann in den Gemeinderat zurück.
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Von Denise Daum

Innsbruck – Betont gut gelaunt gab sich ÖVP-Stadtparteiobmann Christoph Appler gestern Vormittag bei einer Pressekonferenz zur Zukunft der Innsbrucker Volkspartei. Dass ihn Parteikollegen vor einer Woche erst aus dem Gemeinderat geworfen hatten, scheint er gut weggesteckt zu haben. So präsentierten Hannes Anzengruber, Franz Gruber und Christoph Appler in demonstrativer Einigkeit jene Personalrochade im Innsbrucker Gemeinderatsklub, von der zuletzt schon die Rede war und die der Stadtparteivorstand am Donnerstagabend nun einstimmig abgesegnet hat:

Franz Gruber legt mit Ende Februar – und damit zwei Monate früher als geplant – sein Amt als Vizebürgermeister sowie sein Gemeinderatsmandat zurück und verabschiedet sich in die Privatwirtschaft. Wohin, wollte er gestern nicht verraten. Damit kann Christoph Appler nachrücken und nach einer kurzen Zwangspause in den Gemeinderat zurückkehren – in seiner alten Funktion als Klubobmann. Mariella Lutz ist diesen Job also nach nur einem Monat wieder los. Applers Stellvertreter soll Reinhold Falch werden. Als Zeichen für die Einigkeit mit dem Seniorenbund, wie Appler sagt. Bislang war Gruber stellvertretender ­Klubobmann.

Nun zu Hannes Anzengruber. Der Wirtschaftsbündler wird vom Gemeinderatsklub für den Sitz im Stadtsenat sowie für den Posten des Vizebürgermeisters nominiert. Er soll sämtliche Ressorts von Gruber übernehmen. Auch die Land- und Forstwirtschaft. Anzengruber ist als Arzler-Alm-Wirt seit vielen Jahren Pächter einer städtischen Alm. Dass damit eine Unvereinbarkeit droht, sieht Anzengruber nicht so: „Ich werde meine privaten Angelegenheiten entsprechend regeln.“ Vor dem Amt habe er Respekt: „Ich bin mir bewusst, dass das kein einfacher Job ist“, sagt Anzengruber.

Über Andreas Wanker und Birgit Winkel, die treibende Kräfte bei der internen Revolte gegen Appler waren, verliert niemand ein Wort. Auf die beiden angesprochen, erklärt Appler, dass man sich in der Fraktion wieder „zusammenraufen“ müsse. Konsequenzen soll das „parteischädigende Verhalten“, wie die drei ÖVP-Männer es selbst nennen, nicht haben. Es gebe keine Bestrebungen für einen Parteiausschluss.

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Dass man in den vergangenen Tagen kein gutes Bild abgegeben habe, sei allen bewusst. „Wir müssen nun aus der Negativspirale rauskommen“, erklärt Appler, der einen Reformprozess starten und die Partei auf neue Beine stellen will. Dabei gilt es nicht nur, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. „Auch intern müssen wir uns wieder Vertrauen erarbeiten.“

Eine Vereinigung mit „Für Innsbruck“ sei indes derzeit kein Thema, wie Anzengruber und Appler unisono betonen.


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