Ginzling – ein Dorf erwacht aus dem Winterschlaf

Ginzling bietet jetzt Alternativen abseits der Skipisten. Die Langlaufloipe wurde ausgebaut, beim Floitenlift sorgt Schlauchrodeln für Spaß, auch Schneeschuhwanderungen und Skitouren werden angeboten.

Die neue 6,4 km lange Loipe und das Schlauchrodelangebot beim Floitenlift (Bild unten) sollen auch im Winter für Belebung in Ginzling sorgen.
© ortsvorstehung ginzling

Von Angela Dähling

Ginzling –Im Sommer beginnt Ginzling unter dem vielen Wandertourismus und Ausflugsverkehr Richtung Zemmgrund und Schlegeis zu leiden. Ortsvorsteher Rudolf Klausner spricht bereits von der Notwendigkeit einer Besucherlenkung. Im Winter versank das abgelegene Dorf im hintersten Zillertal hingegen in den Dornröschenschlaf. Das jedoch soll sich ab diesem Winter ändern.

Gemeinsam mit dem Tourismusverband Mayrhofen-Hippach wird Ginzling sanft belebt und als Winterwunderland für Erlebnisse abseits der Skipiste beworben. Damit löst es den Zillergrund in dieser Funktion ab. „Das Seitental muss sehr oft wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Außerdem hat Ginzling den Vorteil, dass dorthin ein Linienbus fährt, der mit Gästekarte kostenlos benutzbar ist“, erklärt TVB-Obmann Andreas Hundsbichler.

© Ortsvorstehung Ginzling

Der TVB investierte in den Ankauf von Schlauchreifen zum Rodeln und in den Ausbau der Loipe in Ginzling. Sie ist jetzt 6,4 Kilometer lang und sowohl für den klassischen Stil als auch für Skating geeignet. „Beim Naturparkhaus kann man gratis parken und von dort zum Einstieg gelangen“, erläutert Klausner.

Das Naturparkhaus ist auch Treff- bzw. Ausgangspunkt für alle weiteren Angebote. Für Skianfänger und Kinder eignet sich der dortige 240 Meter lange Floiten-Tellerlift. Die Liftbenutzung ist für unter 16-Jährige mit Gästekarte gratis. Ansonsten zahlen Kinder 5 und Erwachsene 8 € für die Tageskarte (4 bzw. 6 € Halbtageskarte). Zudem wird hier jeden Freitagabend Nachtskilauf (6 €) mit Glühweinausschank angeboten. „Das läuft sehr gut. Viele Einheimische nutzen zudem mit ihren Kindern an den Wochenenden das Liftangebot, oft in Kombination mit einer anschließenden Wanderung zur Tristenbachalm. Zurück geht es auf der 2,5 km langen beleuchteten Strecke mit der Rodel“, sagt Klausner. Er ist froh, dass die Tristenbach­alm, die ein Jahr geschlossen war, nach Pächterwechsel nun wieder geöffnet hat. Apropos geöffnet: Reihum hat untertags jetzt auch immer mindestens eines der vier Gasthäuser in Ginzling geöffnet.

Neben dem Floitenlift gibt es neuerdings eine eigene Piste für Schlauchrodel, ein besonderes Spaßerlebnis (Stundenkarte 8 €). Jeden Dienstag werden zudem geführte Schneeschuhwanderungen ab dem Naturparkhaus angeboten. Und auch in Sachen Skitouren gibt es nun ein Programm: donnerstags einen Schnupperkurs mit Skitouren-Material und Bergführer, freitags eine begleitete Skitour.

„Letztes Jahr hatten wir Massen an Schnee, heuer ist das Gegenteil der Fall. Zuletzt ging es zwar ganz gut, aber momentan stehen wir unter Wasser“, sagte Klausner gestern der TT. Mit Besserung der Witterung und Bekanntwerden des Angebots hofft das Dorf auf zunehmende Belebung.


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