Auch in Innsbruck: Nach Protest droht Streik in der Pflege

Morgen Mittwoch protestieren in Innsbruck die Beschäftigten der Sozialwirtschaft, sie fordern eine 35-Stunden-Woche.

Zum Protest der Pflegekräfte (hier in Wien) riefen die Gewerkschaften bereits bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Jänner 2019.
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Wien, Innsbruck – Die Pflege und die von der Politik geplante Pflegereform sind große Herausforderungen im Sozialbereich. Der Arbeitsdruck ist enorm, der Beruf müsse attraktiver werden, heißt es. Aktuell fordern die Gewerkschaften GPA-djp und vida bei den Kollektivvertragsverhandlung eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Doch dazu gab es auch in der vierten Gesprächsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern keine Einigung. Nun werden Aktionen und Demos geplant. Morgen Mittwoch findet in Innsbruck eine Kundgebung statt, die Veranstalter erwarten zwischen 300 und 500 Teilnehmer, sagt Ralf Wiestner, Sekretär der Gewerkschaft GPA-djp in Tirol.

Start ist um 14 Uhr am Südtiroler Platz, Beschäftigte und Unterstützer treffen um kurz vor 15 Uhr am Marktplatz ein. Hauptthema der Kundgebung ist die Forderung nach der Arbeitszeitverkürzung. Für Teilzeitbeschäftigte – 70 Prozent der Beschäftigten arbeiten nicht Vollzeit, berichtet GPA-djp-Sekretär Wiestner, 80 Prozent davon sind Frauen – entspreche eine solche Arbeitszeitverkürzung einer Gehaltserhöhung von 8,6 Prozent. Aktuell gibt es 125.000 Beschäftige im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich, in Tirol sind 11.000 Menschen in der Sozialwirtschaft beschäftigt. Die größten Arbeitgeber in Tirol sind Lebenshilfe (1500 Mitarbeiter) und Innsbrucker Soziale Dienste (1300 Mitarbeiter).

Die Situation nach vier Verhandlungsrunden sei „sehr verfahren“, sagte Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA-djp, nach dem Abbruch der Gespräche am 29. Jänner. „Am 10. Februar wird weiterverhandelt“, hofft Wiestner auf ein „Ende der Gesprächsverweigerung“ der Arbeitgeber. Bereits im Vorjahr kam es wegen stockender KV-Verhandlungen zu Kundgebungen und Demos, manche Betriebe hielten zweistündige Warnstreiks ab, „danach gab es ein Einlenken“, erinnert sich Wiestner. Die Einigung bedeutete eine Gehaltserhöhung von 3,2 Prozent und zusätzlich für Lehrlinge 100 Euro extra monatlich, statt der schon damals geforderten 35-Stunden-Woche gab einen zusätzlichen Urlaubstag ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit.

Auch heuer seien Warnstreiks möglich. Die entsprechenden Beschlüsse wurden bereits gefasst. (ritz)

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