Mitfahrbörse "ummadum" im Zillertal im März startklar

Der Planungsverband Zillertal subventioniert 489.000 per Mitfahrbörse „ummadum“ zurückgelegte Kilometer.

Derzeit rüstet sich das Zillertal für den Einstieg in eine Fahrgemeinschaft.
© Friedle

Von Angela Dähling

Ried i. Z. –Die einjährige Testphase in Schwaz und Wattens ist vorbei und seit November steht fest: Die Mobilitätsplattform „ummadum“ soll nach und nach in ganz Tirol dafür sorgen, dass der Individualverkehr reduziert wird. Dass im Schnitt 1,25 Personen in Österreich in einem Pkw sitzen, bei Berufspendlern gar nur 1,06 Personen, zeigt den Handlungsbedarf angesichts der CO2-Bilanz auf.

Derzeit rüstet sich das Zillertal für den Einstieg in eine Fahrgemeinschaft, die im Digitalzeitalter per App gesteuert wird. Das Grundprinzip basiert auf einem Punkte- und Belohnungssystem: Wenn man die Mitfahrgelegenheit in Anspruch nehmen will, kauft man per App Mobilitätspunkte. Ein Kilometer kostet zehn Cent bzw. zehn Punkte. „Von den zehn Punkten werden acht dem Fahrer und zwei dem Mitfahrer gutgeschrieben“, erläutert Thekla Hauser vom Planungsverband Zillertal. Die Punkte sind bei teilnehmenden Handelsbetrieben (z. B. MPreis) einlösbar, die Betriebe rechnen dann mit „ummadum“ ab.

Kurz vor Weihnachten hat der Zillertaler Planungsverband einstimmig beschlossen, dass die Zillertaler Gemeinden an der Mitfahrbörse teilnehmen, um eine Verkehrsreduktion zu erreichen. Der Verband nimmt knapp 61.000 Euro dafür in die Hand, um das System ins Rollen zu bringen und den Bürgern im Tal Gratispunkte zur Verfügung zu stellen. 48.900 Euro davon gehen in den Ankauf von Punkten, was 489.000 geteilten Kilometern entspricht.

Im März soll es losgehen, derzeit laufen die Vorbereitungen dafür in den einzelnen Gemeinden auf Hochtouren. Die Gratispunkte können sich Mitfahrer dann auf ihren Gemeindeämtern per QR-Code aufs Handy laden lassen. Allerdings muss man im Zillertal auch selbst Punkte dazukaufen. „Es soll Missbrauch vermieden werden, indem etwa die Mutter ihren Sohn irgendwo hinfährt und dann die so kassierten Gratispunkte zum Einkaufen verwendet“, erklärt Hauser. Daher setze man auf das 50/50-Modell: fünf Cent pro Kilometer zahlt der Nutzer, die anderen fünf Cent werden subventioniert.

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Wie berichtet, unterstützen das Bezirkskrankenhaus und Swarovski als Arbeitgeber „ummadum“. Weitere Arbeitgeber sollen im Zillertal gewonnen werden, ebenso Handelsbetriebe, bei denen die Punkte eingelöst werden können.

Der Vertrag des Planungsverbandes mit „ummadum“ ist auf ein Jahr befristet. Der Verband will sich während dieser Zeit anschauen, wie die Mitfahrbörse in den einzelnen Orten angenommen wird. Bei Bedarf sollen Punkte auf gut florierende Gemeindekonten übertragen werden von jenen, bei denen das System weniger gut angenommen wird.


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