Wintersportler in Tirol nehmen zunehmend den Bus

Wintersportler nutzen mehr die Öffis. Eine flächendeckende Zählung gibt es derzeit nicht.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Freitag, zum Beginn der Semesterferien, herrscht reges Treiben am Innsbrucker Hauptbahnhof. „Ich nutze mindestens einmal pro Woche den Bus“, meint Lorenz, ein Innsbrucker Student mit Rodel unterm Arm, der zur Kemater Alm will. Vor allem für spontane Unternehmungen ist ihm das Öffi lieber. Das Auto der Mutter kommt eher für weitere Fahrten in die Täler zum Einsatz. Auch Hannah, eine junge Skifahrerin aus Innsbruck, nimmt regelmäßig den Bus in den Schnee. Sie fahre generell lieber mit dem Bus als mit dem Auto. Die längere Fahrzeit störe nicht.

Die Fahrt zu den umliegenden Skigebieten ist mit gültigem Skipass frei. Im Stadtgebiet fährt man mit Skikleidung gratis. Verkehrsbetriebe, Land, Gemeinden, Tourismusverbände und Seilbahner gehen dafür verschiedenste Partnerschaften ein. Wie der VVT mitteilt, versucht man dem Trend, das Öffi in der Freizeit zu nützen, auch mit Tipps per Whats-App und Instagram gerecht zu werden.

Eine traditionell beliebte Strecke der Öffi-fahrenden Wintersportler ist das Kühtai, das vom Ötztal und von Innsbruck aus angefahren wird. „Der Bus wird in letzter Zeit besser angenommen“, beobachtet auch Philip Haslwanter von den Bergbahnen Kühtai. Wenn mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, werden Extrabusse eingeschoben. Er ist auch gespannt auf den Bericht zur Nachhaltigkeit von norwegischen Journalisten, die kürzlich von München per Zug nach Innsbruck und dann per Bus angereist waren. Hält der Trend zum Öffi an, sind seiner Meinung nach aber kürzere Strecken einfacher auszubauen als die langen ins Kühtai und zum Stubaier Gletscher.

„Besonders intensiv in Anspruch genommen wird derzeit die Linie J zwischen Nordkette und Patscherkofel. Da ist der Bus oft knackevoll“, sagt Martin Baltes, Geschäftsführer der IVB. Fast aus jedem Bus steigen Skifahrer. Und auch für den Tourenabend am Kofel werde der Bus zunehmend in Anspruch genommen. Insgesamt verbuchte die IVB in den vergangenen Jahren eine Steigerung der Fahrgäste von zehn Prozent, zuletzt von fünf Prozent.

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Electric Love Festival

Christoph Stock von Innsbruck Tourismus sieht die Hausübungen vorerst samt Schnellbussen und Taxiservice gemacht. 20.000 Gäste, die in Innsbruck urlauben, werden vom 9. 12. bis zum Ostermontag in die Skigebiete befördert. Der Trend sei klar. Die Gäste, auch jene, die mit komfortablen Pkw anreisen, fahren mehr mit dem Bus. (strosa)

Öffi-Fakten

Öffi-Stammkunden Mit Stand Dezember 2019 ist jede 6. Person in Tirol Öffi-Stammkunde beim VVT. Von 2017 auf 2019 stieg die Zahl der Jahreskartennutzer von 90.000 auf 125.000. Wintersportler werden nicht eigens erhoben.

Anreise per Bus Laut Gäste­befragung T-MONA kommen 2 % der Wintergäste mit dem Reisebus und 1 % mit dem Fernbus/Linienbus nach Tirol. Immer öfter fahren auch Vereinsmitglieder gemeinsam mit dem Bus von Bayern nach Tirol. Siebenmal pro Woche verkehrt etwa ein Doppeldecker von München in die SkiWelt Wilder Kaiser.


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