Was machen bei Krisen und Katastrophen: Tiroler sollen gerüstet sein

Ein abgeschnittenes Tal, viele Grippekranke oder das Coronavirus: Laut Sicherheitsexperte Herbert Saurugg müsste jeder für zwei Wochen bevorratet sein.

Lebensmittel, Getränke, Hausapotheke, Kerzen und Heizmaterial bei einem Stromausfall: Jeder Haushalt sollte im Krisen- oder Katastrophenfall zwei Wochen autark sein können.
© Getty Images

Von Brigitte Warenski

Innsbruck, Wien – Gedanken um die mangelnde Vorsorge der Bevölkerung in einem Krisen- oder Katastrophenfall macht sich Herbert Saurugg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Sicherheitsvorsorge und Mitbegründer von Cyber Security Austria.

Würde das Coronavirus auch in Österreich zum Problem werden, „sind wir medizinisch sicher gut aufgestellt. Aber ist jeder Einzelne für längere Versorgungsengpässe gerüstet?“ Es gehe laut Saurugg nicht nur darum, dass die Bevölkerung gut bevorratet sei, sondern auch darum, dass man im Fall der Fälle auch „ohne lebenswichtige Infrastruktur wie z. B. die Stromversorgung auskommen kann“. Saurugg verweist hier auf die deutsche Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ aus dem Jahr 2012. „In der Logistik wird davon ausgegangen, dass ab rund 10 Prozent Personalausfall – z. B. durch Krankheit – die Logistik und damit die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern nur noch eingeschränkt möglich sein bzw. sukzessive ausfallen wird. Zudem reicht es auch, wenn ein paar wichtige Kettenglieder ausfallen, um den Rest lahmzulegen. Das wird überhaupt nicht kommuniziert.“ Saurugg sieht zwar „gewisse Einrichtungen und Krisenpläne vorbereitet“. Im Fall einer „wirklichen Pandemie werden die personellen Ressourcen rasch zu Ende gehen, da bereits im Alltag am Limit gearbeitet wird. Das betrifft alle Bereiche vom Gesundheitssystem bis zur Lebensmittelversorgung.“ Daher sollte sich laut Saurugg „jeder Einzelne auf eine Verwundbarkeit von Versorgungssystemen vorbereiten und sich zumindest zwei Wochen selbst versorgen können“.

Ob und wie viele Tiroler für diese Zeitspanne bevorratet wären, weiß niemand. Wie Gabor Gunda, Zivilschutzexperte im Land Tirol, sagt, „gibt es dazu keine Zahlen, keine Statistik“. Auch aktuell gebe es keine spezielle Infokampagne zu einem möglichen Corona-Worst-case-Szenario, „aber wir machen einmal pro Jahr die Bevölkerung auf das Thema Bevorratung aufmerksam“. Laut Gunda sollte „jeder Haushalt bereits im Alltag über Vorräte verfügen und damit wäre man automatisch auf jede außergewöhnliche Situation vorbereitet“.

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