Ist Kanzler Kurz bald wieder bei Trump zu Besuch?

Ein weiteres Treffen im Weißen Haus soll die strategische Partnerschaft vertiefen.

Kanzler Sebastian Kurz bei seinem Treffen mit US-Präsident Trump im Weißen Haus vor einem Jahr.
© APA

Von Floo Weißmann

Wien, Washington – Hinter den Kulissen laufen Bemühungen um ein baldiges, zweites Treffen von Kanzler Sebastian Kurz mit US-Präsident Donald Trump. Nach TT-Informationen geht es um einen Termin im Frühjahr, eventuell im März, bevor der US-Wahlkampf in die heiße Phase tritt.

Das Kanzleramt wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern und verwies auf Trumps Glückwunsch an Kurz, über den man sich sehr gefreut habe. Der US-Präsident hatte anlässlich der Regierungsbildung u. a. geschrieben: „Ich war besonders erfreut, Sie im vergangenen Februar im Weißen Haus begrüßen zu können und freue mich darauf, Sie schon bald wieder zu treffen.“ Was auch Insider zunächst als Höflichkeitsfloskel verstanden, könnte nun womöglich doch Gestalt annehmen.

Dem Vernehmen nach sind auch die Tochter und der Schwiegersohn des Präsidenten, Ivanka Trump und Jared Kushner, in die Bemühungen um ein Treffen eingebunden. Kurz hatte die beiden, die formal zum Stab des Weißen Hauses gehören, im vergangenen Jahr zu einem Abendessen getroffen. Sie unterhalten auch Verbindungen zum US-Botschafter in Österreich, Trevor Traina, der nach eigenen Angaben schon im Vorjahr eine Schlüsselrolle gespielt hat.

Kurz war 2019 als erster Kanzler seit 13 Jahren im Weißen Haus empfangen worden, was u. a. als Versuch der USA gedeutet wurde, die Beziehungen zu kleineren EU-Staaten und zu Mitteleuropa zu stärken. Beide Seiten vereinbarten damals eine strategische Partnerschaft, die sich nun auch im türkis-grünen Regierungsprogramm wiederfindet.

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In der US-Regierung sei das Interesse an Österreich gestiegen, berichtete Außenminister Alexander Schallenberg nach dem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo am Mittwoch in Washington. Es gebe Neugierde, was etwa die Vorhaben der türkis-grünen Regierung oder das Know-how Österreichs in strategisch wichtigen Regionen wie dem Westbalkan betrifft.

In außenpolitischen Fragen gibt es auch einige Differenzen. Trumps umstrittenen Nahost-Plan, den Kush­ner entworfen hatte, haben Kurz und Schallenberg allerdings deutlich wohlwollender kommentiert als andere europäische Regierungen. Am selben Tag, an dem Trumps Glückwunsch an Kurz veröffentlicht worden war, begrüßten sie es, dass die USA „sich mit konkreten Vorschlägen einbringen“.


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