Besonders Inländer zu schnell: 78.464-mal tappten Lenker in die Innsbrucker Radarfalle

Bilanz der Geschwindigkeitsüberwachungen von Polizei und Stadt auf Gemeindestraßen: Inländer fahren besonders häufig zu schnell.

Egal, ob mobile Geräte, Radarboxen (Symbolbild) oder die Kontrolle durch Mitarbeiter des Stadtmagistrats auf Gemeindestraßen: Der Kontrolldruck auf Raser im Stadtgebiet wird weiter erhöht.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Seit knapp drei Jahren läuft ein gemeinsames Projekt zwischen Stadt und Landespolizeidirektion zur Geschwindigkeitsüberwachung auf Gemeindestraßen durch zwei Bedienstete des Stadtmagistrats. Gestern legte man gemeinsam die Bilanz für 2019 vor. Und die brachte vor allem eines zu Tage. Auf alle Messungen bezogen gibt es insgesamt „nur“ 6,5 Prozent Übertretungen.

Legt man die nackten Zahlen zu Grunde, dann liest sich das schon wieder ein wenig anders. 1772 Stunden lang wurde gemessen. Dabei wurden 323.656 Fahrzeuge ins Visier genommen und 21.136 Schnellfahrer bei diesem Projekt festgestellt. Zwei Drittel davon fuhren um 10 km/h zu schnell, weitere 31 Prozent um bis zu 20 km/h. Fünf Raser wurden sogar mit über 50 km/h Überschreitung gemessen. Mehr als 92 Prozent der Übertretungen betrafen Fahrzeuge mit inländischem Kennzeichen.

Insgesamt wurden 67 verschiedene Straßenzüge bzw. Messorte angefahren, etliche davon aufgrund konkreter Anliegen von Bürgern, wie Polizei und Stadt in einer Aussendung erklärten. In einigen Fällen bestätigten sich die Beschwerden, weshalb die Einsätze weiter fortgesetzt wurden, um das Geschwindigkeitsniveau zu senken. An anderen Orten wiederum ließen sich die von den Anrainern gewonnenen Eindrücke durch die objektiven Messungen nicht bestätigen.

Die stärksten Überschreitungen wurden in der Josef-Wilberger-Straße (18 Prozent Überschreitungen), am Schusterbergweg (17 Prozent), der Siebererstraße (15 Prozent) und der Lanser Straße (12 Prozent) gemessen.

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Zusätzlich wurden von der Polizei im Rahmen von mobilen und stationären Radar- bzw. Lasermessungen im Stadtgebiet von Innsbruck 57.328 Geschwindigkeitsdelikte geahndet (20.733 aus mobilen Einsätzen und 36.595 mit stationären Anlagen wie „Radarboxen“). Von 2018 auf 2019 stieg die Zahl der festgestellten Delikte um über 2200 auf 78.464 Strafen.

„Das Kooperationsprojekt läuft nun seit mehr als zwei Jahren und hat sich bisher ausgezeichnet bewährt. Innsbrucks Straßen sollen sicherer werden für die schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen, das ist eines unserer erklärten Ziele“, so Vizebürgermeisterin Uschi Schwarzl (Grüne) in einer Aussendung. Wer Innsbrucks Straßen mit dem Auto unsicher mache, solle immer darauf gefasst sein müssen, dafür auch zu bezahlen – auch dafür dienen die mobilen Streifen.

Zufriedenheit herrscht angesichts der jüngsten Bilanz auch bei der Polizei. Markus Widmann, Leiter der Verkehrsabteilung und Reinhard Moser vom Stadtpolizeikommando sehen einen „sehr guten Kontrolldruck“ und damit auch ein „Mehr an Verkehrssicherheit“. (TT, mw)


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