Liebherr wächst in Telfs und denkt Werksausbau an

Das Liebherr-Raupenwerk in Telfs liebäugelt langfristig mit einer Verdoppelung der Produktion. Umsatz blieb zuletzt konstant.

Alfred Weithaler (l.) und Steffen Günther, zwei der vier Liebherr-Telfs-Geschäftsführer, vor der 2016/2017 auf den Markt gebrachten, 70 Tonnen schweren Planierraupe.
© Strozzi

Von Max Strozzi

Telfs –Die Liebherr-Gruppe will am 1976 gegründeten Raupenwerk-Standort in Telfs weiter wachsen. 1747 Maschinen wurden im vergangenen Jahr in Telfs hergestellt, bis zum Jahr 2023 soll dort die Produktion auf 2275 Maschinen ausgebaut werden, wie Alfred Weithaler und Steffen Günther, zwei der vier Geschäftsführer, gegenüber der TT erklärten. Langfristig peile man in Telfs die Produktion bzw. Montage von rund 3500 Maschinen im Jahr an. „Wir wollen hier künftig einmal an die 3500 Maschinen produzieren. Das wäre das große Ziel, auf das wir alle hinarbeiten“, sagt Weithaler. Das entspräche einer Verdoppelung der aktuellen Produktion. Dafür müsste die Kapazität ausgeweitet werden. „Wir denken über eine Werkserweiterung nach“, erklärt Weithaler. Man sei in guten Gesprächen mit der Gemeinde, spruchreif sei aber noch nichts.

Eine Produktion dieser Größenordnung würde auch einen Zuwachs um rund 200 Mitarbeiter bedeuten. Seit 2015 wurde der Mitarbeiterstand in Telfs bereits auf 787 Beschäftigte (803 inkl. Karenzierte, Präsenzdiener) aufgestockt.

Nach dem Wachstumsschub in den vergangenen Jahren (von 2017 auf 2018 wurde die Produktion fast verdoppelt) gehe man heuer zunächst in das dritte Jahr der Konsolidierung: „Die enorme Anstrengung der vergangenen Jahre muss sich erst mal setzen“, sagt Günther. Trotzdem sollen heuer in Telfs rund 14 Millionen Euro investiert werden. Damit setze sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort, betonte das Duo. Seit 2016 seien jährlich zwischen 14 und 18 Millionen Euro in das Telfer Werk geflossen. Jüngstes Großprojekt: das neue Verwaltungsgebäude, das im November bezogen wurde.

2019 setzte Liebherr Telfs 288 Mio. Euro um, womit der Umsatz im Vergleich zu 2018 konstant blieb (2017 waren es 201 Mio. Euro). Knapp die Hälfte der Umsätze entfällt auf das Geschäft mit Planierraupen, rund 27 Prozent setzt Liebherr Telfs mit Teleskopladern um, der Rest entfällt auf Laderaupen und Rohrleger. Wachstumsbringer waren zuletzt vor allem Teleskoplader und die neuen großen Planierraupen, die etwa in Rohstoffminen eingesetzt werden.

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Größter Absatzmarkt ist Russland mit knapp 200 verkauften Raupen im Jahr. Nummer zwei ist Deutschland, Nummer drei sind die USA. Von Sanktionen (Russland), Strafzöllen (USA) oder der aktuellen Corona-Thematik sei man nicht betroffen gewesen.

„Im Moment sind wir getrieben von der neuen Abgasgesetzgebung“, erklärt Weithaler. Alle zwei bis drei Jahre gebe es neue Vorschriften, worauf alle Modelle komplett überarbeitet werden müssten. „Ein neuer Motor bedeutet neue Kühlanlage, Steuerung, Hydraulik. Das belastet die Entwicklung, die Produktion und den Einkauf enorm“, sagt Weithaler. Gespannt sei man auch, wie eine mögliche CO2-Steuer umgesetzt werde.

Die Liebherr-Gruppe ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Bulle (Schweiz) und beschäftigt 48.000 Mitarbeiter. In Tirol ist Liebherr mit dem Werk in Telfs, dem Interalpen-Hotel in Telfs sowie mit dem Kühlgerätewerk in Lienz als jeweils selbstständiges Unternehmen vertreten.


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