Milser hoffen auf trockenes Fasnachtswetter

800 Aktive – samt deutschen Gästen – werden am Sonntag beim großen Matschgerer-Regionsumzug die Vielfalt des Fasnachtsbrauchtums aufzeigen.

2015 herrschten beim Umzug in Mils denkbar widrige Wetterbedingungen – heuer wünscht man sich Schnee und Regen ganz weit fort.
© Andreas Rottensteiner / TT

Mils –„Fasnachtsfieber“ hieß ein in Mils gedrehter Kriminalfilm im Matschgerermilieu, der 2019 zum Publikumsmagneten wurde. Und das Fasnachtsfieber grassiert im Ort auch jetzt wieder: Nach fünf Jahren kehrt der Matschgerer-Regionsumzug in die 4500-Einwohner-Gemeinde zurück – am Sonntag, den 16. Februar, ab 13.30 Uhr.

Hexen, Bären, Zottler, Klötzler, Tschaggeler, Weiße, Hiatler und Spiegeltuxer aus Rum, Absam, Fritzens und Mils werden für ein farbenprächtiges Gesamtbild sorgen. Zugleich symbolisieren die Traditionsfiguren den Kampf der Jahreszeiten. Und natürlich werden die Zuschauer auch wieder kräftig „abgemullt“ – der Glück und Fruchtbarkeit verheißende Schlag auf die Schulter, begleitet von einem Schnapserl, gehört fix zum Brauchtum.

Abgerundet wird das Programm von Klachl-Lalln aus Baumkirchen, Schellenschlagern aus Weer und dem Haller Fasserrössl, zusammen mit vielen bunten Festwägen anderer Vereine. Für den guten Ton sorgen die Blasmusikkapellen aus Thaur, Gnadenwald und Mils. In Summe mischen etwa 800 Aktive mit.

Dazu zählen, wie berichtet, auch weitgereiste Gäste, die in Mils für eine besondere Premiere sorgen: Der Springerzug Herbstein aus Hessen besucht Tirol – jenes Land, auf das wesentliche Elemente der Herbsteiner „Foaselt“ (Fasnacht) zurückgeführt werden. Angeführt wird der Zug vom Bajazz und sechs Paaren, darunter ein Tiroler Pärchen. Aber auch weitere, teils uralte Figuren wie der Erbsenstrohbär mit Treiber, das Siebpferdchen, der Storch mit Arzt und Hebamme, Affen, Vorreiter und Fahnenträger sind dabei.

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Eine weitere Premiere ist, dass es heuer einen Kartenvorverkauf für den Umzug gibt: Im Postamt, Gemeindeamt und in der Raika-Filiale Mils sowie im Restaurant Milsano kann man sich die Tickets entspannt vorab sichern.

Für den Ausklang direkt nach dem Umzug – der im Oberdorf oberhalb des Sozialen Zentrums St. Josef startet und bis zum Dorfzentrum bei der Kirche führt – sorgt wie immer der Patschenball, heuer erstmals in der neuen Garage des Milser Dorfzentrums.

Die Vorbereitungen laufen gut, meint Thomas Ried, Obmann der Milser Matschgerer, auch wenn man nach den jüngsten Niederschlägen noch ordentlich Arbeit mit dem Verräumen des Schnees habe. Ried – und mit ihm die ca. 400 Helfer im Hintergrund (von den Kassierinnen bis zu den Blaulichtorganisationen) – hoffen nun auf trockenes Wetter. Vor fünf Jahren hatte beim Umzug ja ein heftiger Schneesturm geblasen. Wetterabhängig rechnen die Veranstalter mit 5000 bis 6000 Besuchern. Ried bittet angesichts knapper Parkplätze darum, möglichst mit den Öffis anzureisen. (TT, md)


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