Dutzende Delikte: Schonendes Urteil für 13 Jugendliche

Vor Gericht standen die Mitglieder einer Innsbrucker Bande unter anderem wegen Einbruchs. Die Strafen fielen – bewusst – milde aus.

Symbolfoto
© TT/Julia Hammerle

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Stoisch, mit gesenkten Köpfen stehen die elf Burschen und zwei Mädchen da, als der Richter gestern Nachmittag im Innsbrucker Schwurgerichtssaal die Urteile verkündet. Alle dreizehn Angeklagten wurden in mindestens einem der Dutzenden ihnen zur Last gelegten Punkten schuldig gesprochen. Als das Strafmaß bekannt gegeben wird, atmen dennoch alle auf – die Jugendlichen und mit ihnen die vielen anwesenden Kollegen und Verwandten. Es hätte schlimmer kommen können.

Denn die Vorwürfe wogen schwer. Einbruchdiebstahl, Raub, Hehlerei oder schwere Körperverletzung waren Gegenstand des Prozesses, der, wie berichtet, bereits vor einer Woche startete. Bis zu fünf Jahre Gefängnis drohten in manchen Fällen. „Oft mehrfach in einer Nacht“ seien die Jugendlichen losgezogen, um Verbrechen zu begehen, wie der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsplädoyer ausführte. Die Jugendlichen traten als Bande auf, nannten sich „Wölfe“ und trieben in und um Innsbruck ihr ­Unwesen.

Von den anfangs 22 Angeklagten erschienen gestern noch 13, um den Richterspruch entgegenzunehmen. Alle wurden zu, in Teilen bedingt nachgelassenen, Geldstrafen in einer Höhe von bis zu 1440 Euro verurteilt. Ebenso müssen sie für die Prozesskosten aufkommen. Sieben Burschen erhielten zudem bedingte Haftstrafen zwischen drei und neun Monaten. Die Probezeit wurde vom Gericht auf drei Jahre festgesetzt.

„Bei allen Angeklagten war es durchaus sinnvoll und wichtig, eine Bewährungshilfe anzuordnen“, sagte Richter Gerhard Melichar. In seiner 20 Jahre dauernden Karriere habe er in Tirol noch nie einen Jugendprozess in solch einer Dimension erlebt. „Wegen der gewerbsmäßigen, schweren Einbrüche war das etwas Besonderes.“ Und doch seien alle Strafen auch solche, die den Jugendlichen „noch eine Chance geben“.

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