Euro-Notruf 112 landet immer noch bei der Polizei

Bemühungen, den europäischen Notruf über die Leitstelle abzuwickeln, liegen auf Eis. Diese wäre organisatorisch, technisch und personell in der Lage, auch den Euronotruf entgegenzunehmen.

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© Rehfeld

Innsbruck –Nicht ohne Grund hat die Europäische Union den heutigen 11. Februar zum Tag des Europäischen Notrufs erklärt. Immerhin trägt der 11.2. die Notfallnummer 112 in seinem Namen. Unter dieser Nummer werden europaweit seit 1991 Notrufe abgewickelt, seit 1998 ist die Nummer in der gesamten EU gebührenfrei.

Was die Abläufe des europäischen Notrufs in Österreich von den anderer Staaten unterscheidet, ist, dass hierzulande 112-Anrufe über die Landesleitzentrale der Polizei laufen. Dort gehen auch alle Polizeinotrufe (133) ein. Wer beispielsweise als Urlaubsgast einen alpinen Notfall hat und die Nummer der Bergrettung (140) nicht kennt, wählt die 112 und wird erst nach einem Erstkontakt mit der Polizei an die zuständige Leitstelle Tirol weiterverbunden. Um diese Abläufe einfacher zu gestalten, hatten Rettungsorganisationen lange Zeit gefordert, die 112 generell über die Leitstelle laufen zu lassen. Das scheiterte bisher allerdings an den Entscheidungsträgern in Wien. Und daran werde sich auch so bald nichts ändern, heißt es seitens des Landes: „Der Euronotruf 112 liegt in der Kompetenz des Bundes. Die Leitstelle Tirol wäre organisatorisch, technisch und personell selbstverständlich in der Lage, auch den Euronotruf entgegenzunehmen. Dies steht aber nicht zur Diskussion. Zudem würde nur eine bundeseinheitliche Regelung Sinn machen.“ Laut Polizei sind etwas mehr als die Hälfte aller Notrufe, die bei der Landesleitzentrale der Polizei eingehen, Anrufer, die die 112 gewählt haben.

Der Autobahnbetreiber Asfinag nimmt den Tag des europäischen Notrufs zum Anlass, auf seine gekennzeichneten Notrufeinrichtungen hinzuweisen. Mehr als 4200 Notrufsäulen stehen entlang des hochrangigen Straßennetzes in Österreich zur Verfügung. (np)


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