kitzVenture greift auch nach „Fridays for Future“-Marken

Neuer Wirbel um kitzVenture: Das in Kitzbühel sitzende Unternehmen will sich zwei „Fridays for Future“-Marken sichern und sie nach Eigenangaben der Greta-Stiftung schenken.

Unter dem Motto „Fridays for Future“ demonstrieren weltweit regelmäßig Schüler für zusätzliche Maßnahmen gegen den Klimawandel.
© Getty Images/iStockphoto

Von Max Strozzi

Innsbruck – Neuer Wirbel um das in Kitzbühel ansässige Unternehmen kitzVenture, das von Deutschen geführt wird. Wie berichtet, will sich das Unternehmen unter anderem zahlreiche Tirol-affine Schriftzüge (u. a „Tiroler Madl“) als Marke sichern, was zu heftigen Reaktionen seitens der Politik geführt hat.

Nun hat kitzVenture beim Patentamt auch die Marke „Fridays for Future Austria“ sowie in Deutschand die Marke „Fridays for Future Germany“ angemeldet. kitzVenture wolle aus der Klimabewegung von Greta Thunberg aber kein Kapital schlagen, meint Geschäftsführer Patrick Landrock. „Wir haben kein Interesse, diese Marken wirtschaftlich zu nutzen“, erklärt er gegenüber der TT. kitzVenture werde die Marken – sollte die Anmeldung Erfolg haben – kostenlos an die Greta-Bewegung abtreten. Ein entsprechendes Schreiben mit dieser Zusage (liegt der TT vor) habe man der „Stiftelsen The Greta Thunberg and Beata Ernman Foundation“ zugesandt.

Warum dann das ganze Theater? Landrock erklärt, man wolle verhindern, dass sich Dritte die Marke sichern und sie kommerzialisieren. So gebe es in Deutschland bereits mehrfach Versuche, die Marke „Fridays for Future“ zu schützen. Einen Antrag wies das Patentamt zurück, weil die Marke wegen fehlender Unterscheidungskraft nicht schutzfähig ist. kitzVenture habe laut Landrock nun diese Marke angemeldet – allerdings mit den Zusätzen „Austria“ bzw. „Germany“. Diese Zusätze würden eine Unterscheidungskraft darstellen und könnten damit vom Patentamt anerkannt werden, meint Landrock. Die Marken wolle man dann kostenlos an die Greta-Stiftung übertragen. Aktuell wollen sich in Deutschland mehrere Personen die Marke „Fridays for Future“ sichern. Kürzlich kündigte Greta Thunberg selbst an, den Schutz ihrer Klimabewegung Fridays for Future als Marke beantragt zu haben.

Das angekündigte Vorgehen von kitzVenture weicht diametral von seiner bisherigen Praxis ab. In Deutschland berichten Anwälte, dass kitzVenture-Eigentümer und Anwalt Nikolai Zutz Unternehmen wegen angeblich mangelhaften Impressums oder fehlender Datenschutzerklärung abmahnt und Kostenersatz verlangt. Sie bieten Betroffenen offensiv ihre Unterstützung gegen die kitzVenture-Abmahnungen an.

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In Österreich wiederum will sich kitzVenture mehr als 120 Schriftzüge als Marken schützen lassen. Eine Unternehmerin in Tirol sah sich mit einem Unterlassungsschreiben und einer Geldforderung von kitzVenture über 100.000 Euro konfrontiert. Sie verkauft Kleidung mit Schriftzügen, die sich kitzVenture als Marke sichern will. Laut Constantin Kletzer, Anwalt der Unternehmerin, ist die Causa noch in der Schwebe. Er sieht auch kitzVentures Fridays-for-Future-Anmeldung skeptisch: „Wenn ,Fridays for Future‘ nicht eintragungsfähig ist, wird es das auch durch den Zusatz ,Austria‘ nicht sein.“


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