„La Gomera“: Der Bulle pfeift, der Portier singt

Der rumänische Regisseur Corneliu Porumboiu legt mit „La Gomera“ einen Mafia-Film und die mit Referenzen gespickte Parodie eines Mafia-Films vor.

Dem korrupten Kommissar Cristi (Vlad Ivanov) wird sowohl im heimatlichen Bukarest als auch auf den Kanaren übel mitgespielt.
© Thimfilm

Innsbruck – Als Kommissar Cristi (Vlad Ivanov) zu Iggy Pops „The Passenger“ auf der Kanareninsel „La Gomera” ankommt, ist er bereits der besungene Beifahrer seiner Geschichte. Doch anders als im Song ist der Traum von der Freiheit bei ihm lebensbedrohlich. In Bukarest hat er sich mit der Mafia eingelassen und kommt nun ins sonnige Spanien für ein mafiöses Kommunikationstraining der besonderen Art. Er soll eine geheime Pfeif-Sprache lernen, die er braucht, um mittels eines komplizierten Plans verschwundenes Geld wiederzubeschaffen. Wirklich zentral wird das Pfeifen für die Geschichte aber nicht.

In Rückblenden wird in „La Gomera“ die verzwickte Vorgeschichte erzählt. Die einzelnen Teile sind nach den Figuren benannt. Das Personal: in den Hauptrollen der korrupte Polizist und eine Femme fatale namens Gilda. Außerdem eine Polizei-Chefin ohne Skrupel, ein Mafia-Boss aus Spanien, dessen abtrünnige rechte Hand, diverse Helferlein auf beiden Seiten – und Cristis Mama. Auch die Polizei im von Korruption geplagten Rumänien spielt mit dreckigen Methoden. Immer wieder schlägt die Handlung Haken und treibt die Figuren recht flott vor sich her.

Als reiner Genre-Film zu simpel und wenig subtil, würzt Regisseur Corneliu Porumboiu „La Gomera” mit trockenem Humor und ironischen Kino-Referenzen. Da gibt es geheime Treffen bei John-Wayne-Western in der rumänischen Kinemathek. Ein Filmregisseur auf Location-Suche stört die Mafiosi in ihrer Lagerhalle und ein Opern-singender Motel-Portier mutiert fast zu Norman Bates aus „Psycho“. Und am Ende gibt es sogar einen waschechten Shootout in der Westernkulisse eines alten Filmstudios. Das legt eine locker-leichte Parodie-Folie auf die ansonsten eher pessimistisch-graue Noir-Moral des Films. (maw)

📽 Trailer | „La Gomera”

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