„MHF soll bleiben“: Benefiz-Theater im Zeichen der Solidarität

Für einen 23-jährigen Afghanen, der in Innsbruck eine Pflegeassistenz-Ausbildung absolviert und allseits für seine Integrationsbemühungen gelobt wird, setzt sich das Unterstützungskomitee „MHF soll bleiben“ ein.

Zur Unterstützung von Mohammad Haroon Faqiri (vorne, Mitte) stellen sich die jungen Teilnehmer eines 2019 von der Stadt Innsbruck ausgezeichneten Theaterprojekts neuerlich auf die Bühne.
© privat/Faqiri

Innsbruck – Die drohende Abschiebung von Mohammad Haroon Faqiri, kurz MHF genannt, bewegt viele Menschen in Tirol: Wie berichtet, hat das Bundesverwaltungsgericht den Asylantrag des 23-Jährigen aus Afghanistan abgelehnt, nun muss der Verfassungsgerichtshof über eine außerordentliche Revision entscheiden.

Für den jungen Mann, der in Innsbruck eine Pflegeassistenz-Ausbildung absolviert und allseits für seine Integrationsbemühungen gelobt wird, setzt sich das Unterstützungskomitee „MHF soll bleiben“ ein. Dieses hat nun kurzfristig zwei Benefiz-Theateraufführungen unter dem Titel „heart 2 art 2.0“ auf die Beine gestellt – am Dienstag, den 25., und Mittwoch, den 26. Februar, jeweils um 19.30 Uhr im Brux/Freies Theater Innsbruck, Wilhelm-Greil-Straße 23.

Dabei handelt es sich um die Wiederaufnahme eines von jungen Menschen selbst entwickelten Theaterprojekts, prämiert mit dem „Preis der Vielfalt“ der Stadt Innsbruck – mit MHF in einer Hauptrolle.

Es gebe nur eine Probe, berichtet Iris Teyml, Mitglied des Unterstützungskomitees, das sei sehr ambitioniert. Aber die Teilnehmer „wollten spontan etwas für ihren Freund Mohammad Haroon tun“, das Brux habe dies dankenswerterweise ermöglicht.

Das Stück handle von den Träumen und Wünschen Jugendlicher mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen; Mohammad Haroon habe bei der Entwicklung viel von seiner traumatischen Flucht-erfahrung eingebracht, so Teyml. Zudem habe er beim Theaterprojekt durch seine offene, integrierende Art stark zum „Zusammenwachsen der Gruppe beigetragen“, selbst Texte beigesteuert und sich generell als besonders verlässlicher und fleißiger Teilnehmer erwiesen.

Die Benefiz-Eintrittsgelder fließen auf das Spendenkonto, mit dem die Anwaltskosten und sonstige notwendige Ausgaben aufgebracht werden sollen. Entscheidend sei aber der Solidaritätsgedanke, meint Teyml: Man hoffe auf viele Besucher, „denen die Abschiebung eines angehenden Pflegers und gut integrierten jungen Mannes nicht angebracht erscheint“. (md, TT)


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