In Oberlienz lernen Roboter den Griff in die Kiste

Der junge MICADO-Mitarbeiter Andreas Kleinlercher forscht als Innovationsassistent des Landes an neuen Automatisierungstechniken.

MICADO-Geschäftsführer Edwin Meindl, die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (v. l.) und Andreas Dorer (r.), Geschäftsführer der Automatisierungstechnik bei MICADO, haben den jungen Innovationsassistenten Andreas Kleinlercher bei seiner Arbeit besucht.
© Land Tirol/Kathrein

Von Christoph Blassnig

Oberlienz –Robotik-Knowhow made in Osttirol – diesem Ziel möchte das international tätige Automatisierungsunternehmen MICADO, das seinen Sitz in Oberlienz hat, wieder ein Stück näher kommen. Verschiedene Kundenanfragen hätten ein Innovationsprojekt angestoßen, erklärt der Geschäftsführer und Firmengründer Edwin Meindl. „Unsere Kunden sind bereits in die konkreten Versuche und Tests eingebunden.“

Mit der Ausführung betraut wurde der 21-jährige Andreas Kleinlercher aus St. Jakob im Defereggental, der die Private Höhere Technische Lehranstalt (PHTL) für Mechatronik in Lienz abgeschlossen hat. Erst seit 1. April des Vorjahres arbeitet er für MICADO. Eine Förderung von 26.000 Euro bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, Kleinlercher als „Innovationsassistenten“ zu beschäftigen: Die Hälfte von dessen Arbeitszeit finanziert über den Zeitraum von zwei Jahren das Land Tirol.

„Ich bin dankbar für diese Chance“, erklärt der junge Mitarbeiter. „Es ist hochinteressant, was im Bereich der Robotik noch alles möglich ist, welche Richtungen uns noch offenstehen.“ Zu viel über seine Arbeit verraten darf Kleinlercher nicht, immerhin handelt es sich um eine Technologie, die Herstellungsprozesse überall auf der Welt optimieren könnte. Einen Monat lang wurde dem Techniker leihweise ein Roboterarm zu Versuchen zur Verfügung gestellt. „In der Schule haben wir die Grundlagen erlernt. Jetzt gilt es, mich in die Praxis einzuarbeiten. Dazu muss ich viel recherchieren, unterschiedliche Komponenten ausprobieren und die Ergebnisse auswerten“, berichtet Kleinlercher.

Die Aufgabenstellung scheint auf den ersten Blick einfach, in der Praxis ist das aber nicht so. Es geht um den Griff eines Roboterarmes in eine Kiste, um Gegenstände beispielsweise zur Weiterverarbeitung zu transportieren, zu sortieren oder für die nachfolgende Verpackung aufzulegen. 3D-Kameras liefern dem System die nötigen Rauminformationen. Der Vorgang wird in Fachkreisen und in der Industrie „Bin Picking“ genannt.

Die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf hat den jungen Innovationsassistenten am MICADO-Firmenstandort besucht. „Diese zukunftsträchtige Technologie ist flexibel auf vielen Gebieten einsetzbar“, zeigte sich Zoller-Frischauf interessiert. Mitarbeiter würden dadurch nicht ersetzt, sondern bei der Arbeit entlastet und könnten sich auf das Wesentliche konzentrieren, meint die Landesrätin. Innovationsassistenten finanziert das Land Tirol etwa in den Bereichen Tourismus, Digitalisierung, Forschung und Entwicklung, Dienstleistung und Innovationsorganisation.


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