Neue Doppelspitze: „Brennerbasistunnel kostet aktuell 9,3 Mrd. Euro“

Die neue Doppelspitze des Brennerbasistunnels, Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola, haben erstmals gemein-sam zu Baufortschritt, Kosten, Problemen bei den Zulaufstrecken und Verlagerungszielen Stellung genommen.

Die beiden Basistunnel-Vorstände Martin Gradnitzer (l.) und Gilberto Cardola wollen derzeit bewusst und ausschließlich nur mit „einer Zunge sprechen“. Damit wollen sie nach den Turbulenzen im Vorjahr und den massiven Querschüssen des ehemaligen italienischen Tunnelvorstands Raffaele Zurlo ein Zeichen der engen Zusammenarbeit zwischen Österreich und Italien setzen.
© BBT

Wie sind Sie beide mit dem Baufortschritt beim Brennerbasistunnel im heurigen Jahr zufrieden?

Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola: Derzeit sind bereits mehr als 120 Kilometer von insgesamt 230 Kilometern ausgebrochen, das heißt, schon mehr als die Hälfte: 67 km Tunnel von den Baulosen in Österreich sowie rund 53 Kilometer auf italienischem Projektgebiet. 36 km Haupttunnelröhren, 45 km Erkundungsstollen und 39 Kilometer an Zufahrts-, Rettungs- und Logistikstollen wurden vorangetrieben. Im letzten Jahr haben wir die geplanten Vortriebsleistungen erreicht. Der Vortrieb der Tunnels schreitet plangemäß voran und dies stimmt uns sehr zufrieden.

Hält der Zeitplan? Wird es bei der geplanten Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels 2028 bleiben oder gibt es Verzögerungen?

Gradnitzer und Cardola: Der Projektablauf wird derzeit von uns evaluiert und das Bauprogramm in der Aufsichtsratssitzung Mitte 2020 aktualisiert. Letztmalig wurde im Jänner 2019 in den Gremien der Basistunnel Gesellschaft BBT SE ein Bauprogramm freigegeben, das einen Inbetriebnahmetermin im Dezember 2028 vorsieht. In diesem sind die Zeiträume für die Projektierungen und die Bauabläufe der Rohbauwerke sowie die Dauer für die bahntechnische Ausrüstung enthalten. Die Projektlaufzeit von der Planung bis zur Umsetzung eines Großprojekts in der Dimension des Brennerbasistunnels hängt von sehr vielen Faktoren ab, die oft nicht exakt planbar sind.

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