Der Lienzer Fasching ist auferstanden

Die erste Lienzer Faschingssitzung seit Jahrzehnten war ein voller Erfolg. Dreieinhalb Stunden gaben die Musiker, Tänzer und Narren im Stadtsaal ihr Bestes. Eine Vorstellung gibt es noch am 20. Februar.

Putzfrau „Brunhilde“ hatte allerhand über die Grünen zu sagen.
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Von Catharina Oblasser

Lienz – So viel Gelächter hatte den Lienzer Stadtsaal schon lange nicht mehr erfüllt: Am Donnerstagabend feierte das „Faschingskabarett“ Premiere. Der Veranstalter-Verein „Kulturinitiative“ mit Robert Possenig hatte ein buntes Programm zusammengestellt, der Saal war voll.

Christian Pichler machte sich mit Hilde Wainig Gedanken über den Zukunftsraum Lienzer Talboden.
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Wie es bei Faschingssitzungen Brauch ist, wurden regionale Besonderheiten aufs Korn genommen, zum Beispiel der doppelspurige Kreisverkehr zwischen Lienz und Nußdorf-Debant: „Wenn du da falsch reinfährst, kommst du in Vorarlberg wieder heraus“, spaßte Hannes Fojan, der mit Thomas Widemair als Duo „Lachwurz’n“ auftrat. Putzfrau Hermine freute sich über einen Goldbarren, den ihr Chef, ein Nationalratsabgeordneter aus Osttirol, ihr mitgebracht hatte. „Er hat ihn unter einem blauen Enzian gefunden.“ Auch die Matreier Finanzen wurden zum Thema gemacht. „In den Bilanzen haben die Matreier keine Einteilung in Soll und Haben, sondern nur eine Zahl, neben der steht ,sollte haben‘“, so der bissige Kommentar von Putzfrau Babsi. Susanna Oberforcher alias Stadtführerin Susi nahm Gäste aus dem Publikum, darunter Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, mit auf ihren Rundgang. „Wie die Bürgermeisterin auf ihren hohen Schuhen durch die Stadt flitzt, da werde ich richtig neidisch“, scherzte sie.

Das Varieté Orchester unter der Leitung von Hans Pircher spielte Musik aus den 1920er-Jahren.
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Nicht nur Routiniers unterhielten das Publikum, auch der Osttiroler Kabarett-Nachwuchs zeigte auf. Manel Ruggenthaler und Magdalena Astner brachten einen Kaffeehaus-Sketch, Gymnasiums-Schüler Daniel Zamojski erzählte über seine Erfahrungen als Sohn von polnischen Zuwanderern in Osttirol. Humorvoll aufbereitete Klischees über Polen durften da nicht fehlen. Deftiger Humor war die Sache von Michaela Fuchs und Thomas Widemair, die als Villgrater Landwirts-Ehepaar über einen gemeinsamen Urlaub nachdachten.

Die Valeina Dancers präsentierten Modernes wie die Tanznummer „Bachelorette“.
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Statt der Gardemädchen, wie man sie vom Kärntner Fasching kennt, traten die Valeina Dancers auf. Die Mädchen und Burschen zeigten zwei Nummern, darunter jene von der „Bachelorette“, die mit roten Rosen ihre Verehrer an der Nase herumführt. Für die Live-Musik hatte Robert Possenig die Landesmusikschule Lienz gewinnen können. Rund 20 Lehrkräfte traten als Varieté Orchester unter der Leitung von Hans Pircher auf und spielten Musik aus den 1920er-Jahren. Pircher glänzte auch als Solist mit dem Titel „Kein Schwein ruft mich an“. „Unsere Sänger konnten beide nicht kommen. Da musste ich selbst einspringen“, kommentierte Pircher mit einem Augenzwinkern.

Organisator Robert Possenig führte durch den Abend.
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