Burg Heinfels öffnet Mitte Mai: Ehrgeiziges Projekt vor Abschluss

Die Restaurierung der mittelalterlichen Burg ist fast abgeschlossen. Ab Mitte Mai können Besucher die Räume erkunden, die feierliche Eröffnung findet am 6. Juni statt. Der Umbau kostete acht Millionen Euro.

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Burg Heinfels im Oktober 2019. Der Großteil der Arbeiten ist abgeschlossen, zurzeit läuft der Innenausbau.
© Alexander Zeidler

Von Catharina Oblasser

Heinfels – Ein ehrgeiziges Projekt neigt sich seinem End­e zu: die Sanierung und Revitalisierung von Burg Heinfels. Das mittelalterliche Bauwerk, das über dem Osttiroler Puster­tal thront, wird nach langen Jahren bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Ab Mitte Mai ist für Besucher geöffnet, der offizielle Festakt zur Eröffnung findet am 6. Juni statt.

2016 haben die Arbeiten begonnen. Nicht nur Maurer und Handwerker hatten viel zu tun, sondern auch Archäologen, Restauratoren und Sachverständige waren eingebunden. Ziel war es, die einsturzgefährdeten Mauern und Teilgebäude zu stabilisieren. Die Restaurierung sollte so gut wie möglich den Originalzustand wiederherstellen, wobei eingestürzte Teile nicht wieder aufgebaut wurden. Zugleich soll die Burg für Besucher erlebbar gemacht werden. Viel fehlt nicht mehr, weiß Peter Leiter vom Museumsverein Burg Heinfels. „Die Böden müssen fertig gemacht werden und es fehlen noch einige Elektro­installationen“, beschreibt Leiter.

Neue Stiegen erschließen den Großteil der Burg.
© Peter Leiter

Mindestens genauso wichtig sind aber die Mittel, mit denen die Besucher in die Vergangenheit des Bauwerks eintauchen können, wie Film­e und Hörspiele. „Gezeigt werden zum Beispiel die Sanierungsschritte der letzten vier Jahre“, sagt Peter Leiter. „So lässt sich erahnen, wie viel Arbeit dahintersteckt und was für eine Herausforderung das war.“ Viel weiter in die Vergangenheit führt ein Animationsfilm mit historischen Persönlichkeiten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Eine davon ist Jakob Hutter, der für die katholische Kirche als Ketzer galt und letztlich auf dem Scheiterhaufen starb. Hutter war einige Zeit auf Burg Heinfels eingekerkert. Oder Urban Pichler, bekannt als „Thurntaler Urban“, dem nachgesagt wurde, er könn­e Unwetter herbeizaubern. Auch er starb eines gewaltsamen Todes. Mehr Glück hatt­e da Thomas Hans, der den Kaplan von Heinfels angriff, weshalb ihm 1663 der Prozess gemacht wurde. Wie er seine eigene Hinrichtung überlebte, wird im Film gezeigt. Kuratorin und Museumsleiterin ist Monika Reindl-Sint.

Eine Restauratorin legt gotische Fresken in der Burgkapelle frei.
© Peter Leiter

Alle Informationsmaterialien, Filme und Hörspiele sind in drei Sprachen verfasst: Neben Deutsch und Englisch ist dies Italienisch, da man mit einer großen Zahl von Besuchern aus dem Nachbarland rechnet. Schließlich gehört die Burg dem Südtiroler Waffelproduzenten Loacker, der in Italien große Bekanntheit genießt. Außerdem ist die historische Anlage vom Drautal-Radweg, den im Sommer Tausende von Italienern nutzen, gut erreichbar.

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Sämtliche Zugangswege im Inneren der Anlage sind bereits gepflastert.
© Peter Leiter

„Besucher können die Burg nur im Rahmen einer Gruppenführung besichtigen, nicht einzeln“, führt Peter Leiter aus. Vorerst ist auch nicht das ganze Jahr, sondern nur von Mai bis Oktober geöffnet. Das wird sich erst in etwa fünf Jahren ändern, wenn in einem weiteren Ausbauschritt das geplante Restaurant fertig gestellt ist.

Die Gesamtkosten für die Sanierung beziffert Leiter mit acht Millionen Euro. Geld­geber sind Loacker, das Bundesdenkmalamt, das Land Tirol mit der Landesgedächtnisstiftung sowie die umliegenden Gemeinden.

Rund um die Eröffnung gibt es viel Programm: Nach dem Festakt am Vormittag des 6. Juni findet abends ein Konzert mit der Musikkapelle Heinfels statt. Dabei wird die „Heinfels Ouvertüre“ uraufgeführt. Am 7. Juni wird in der Burgkapelle die neue Glock­e geweiht.


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