Anhänger mit fünf Kühen kippte um: Landwirt kämpft gegen Gutachten

Auf einer Landesstraße war im Herbst ein Hänger mit fünf Kühen umgekippt. Sechs nachkommende Motorradfahrer wurden verletzt.
© ZOOM.TIROL

Auf einer Landesstraße im Bezirk Landeck prallten im September Welten aufeinander. So genossen sechs Motorradausflügler aus Australien die Romantik der Tiroler Berge und folgten einem Bauern, der auf seinem Traktoranhänger fünf Kühe von der Alm bringen wollte. Bei einer Fahrbahnunebenheit geriet das Traktorgespann dann ins Schlingern, der Hänger kippte. Die Kühe blieben wie durch ein Wunder unverletzt. Ganz im Gegensatz zu den Motorradfahrern, die durch die Kollision schwer verletzt wurden und sich teils heute noch im Krankenhaus befinden.

Gestern am Landesgericht wurde dem Landwirt unter anderem grob fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Hatte ein Gutachter doch festgestellt, dass am Hänger die Blattfedern falsch montiert waren. „Das ist objektiv falsch! Auch muss so ein Hänger nicht wie angeklagt zum Verkehr zugelassen, geschweige denn die Kühe per Schlinge gesichert sein!“, darauf Verteidiger Franz Lethmüller. Der Landecker Strafverteidiger hatte bei Fahrzeugbauern und der landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz minutiös recherchiert, dass die gutachterliche Kritik am Fahrzeugbau sowie andere Anklagevorwürfe offenbar unzutreffend sind. Zudem wies er das Gericht darauf hin, dass der bestellte Gutachter die angegebenen Qualifikationen offenbar gar nicht in zertifizierter Form aufweise.

Das Gericht prüfte – und kam zum selben Schluss. RA Lethmüller: „Der Gutachter dürfte diese Fragen ja gar nicht beantworten!“ Zertifizierte Sachverständige für Anhängerbau- und Viehtransportwesen erstellen nun neue Gutachten.

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Wie man mit 73 Jahren noch für ganze drei Jahre ins Gefängnis wandern kann, zeigte gestern am Landesgericht ein Rentner. Das Alter sah man dem Tiroler mit seiner teuren Daunenjacke gar nicht an. In den letzten Jahren trog bei ihm aber auch sonst oft der Schein. So wurde er erst vor genau einer Woche am OLG wegen schweren Diebstahls in einem Wirtshaus zu acht Monaten Haft verurteilt, 13 einst bedingte Monate dazu widerrufen. Ja, und gestern setzte es wegen versuchter Erpressung einer Bekannten noch 15 Monate dazu. (fell)

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