Vorrang für Inhalte beim Schulbau in Kramsach

In der Kramsacher Politik gärt es rund um den Bau der Schule. Die vorgeschlagene Volksbefragung hat (derzeit) wenig Freunde.

„Ich habe mit dem alten Standort sicher kein Problem, es muss aber auch alles Platz haben", sagt Bürgermeister Bernhard Zisterer
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© Zwicknagl

Von Wolfgang Otter

Kramsach –Mitten in den Ideenfindungsprozess der Gemeinde hinein platzte der Vorschlag der politischen Listen „Gemeinsam für Kramsach“ (GFK) und „Für Kramsach“ (FPÖ): Das Politbündnis möchte die Krams­acher in einer Volksbefragung betreffend den künftigen Standort des Bildungscampus für Volksschule/Musikschule zu Wort kommen lassen.

Sie selbst favorisieren den derzeitigen Standort. Bei der Projektentwicklung – damit betraut ist die Commun­alp – hat man zwei weitere Standorte im Auge, einer davon ist das so genannte Schlösselfeld, das GFK und FPÖ ablehnen. Sie wollen in der kommenden Gemeinderatssitzung einen Antrag auf die Volksbefragung einbringen und ansonsten die nötige Anzahl an Unterstützungsunterschriften sammeln. Eine Vorgangsweise, die bei den Kramsacher Grünen auf nicht besonders viel Gegenliebe stößt. Zumindest derzeit. In einer E-Mail an die TT-Redaktion meint Gemeinderat Helmut Nindl, dass die Fragestellung noch zu früh sei: „Einzig Politiker mit stark populistischen Motiven forcieren diese Frage, allerdings polarisieren sie damit und schüren unnötigerweise Emotionen. Ein entscheidend besserer Weg, auch nachhaltiger und zielorientierter ist es allemal, sich zuerst mit Inhalten und Konzepten zu beschäftigen, diese anschließend zu diskutieren und sich erst dann mit der Frage des Standortes zu befassen. Zusätzlich ist es sehr unklug, Tendenzen oder Entscheidungen in der Standortfrage zu schaffen. Man spielt dem Geschäftspartner und Grundbesitzer der Grundstücke im Bereich der bestehenden Volksschule in die Hände und treibt damit unnötigerweise den Preis in die Höhe.“

Nindl erinnert auch an die Ideenwerkstatt vergangenen Freitag für einen Bildungscampus. „GFK und FPÖ halten nichts von der Firma Communalp. Nach unseren bisherigen Erfahrungen arbeitet das Team von Walter Peer professionell und zum Wohle der Gemeinde. Wir können so viel erreichen, wenn wir zusammenarbeiten. Umso bedauerlicher ist es, dass in Kramsach immer Schnellschüsse und Alleingänge, angetrieben von Egoismus, Schaden anrichten.“ Ob man eine Volksbefragung unterstützen wird, lässt man derzeit offen. Man wolle später darüber nachdenken.

Ähnlich sieht es auch Bürgermeister Bernhard Zisterer (Bürgermeisterliste, ÖVP). Er habe auch mit dem alten Standort „kein Problem. Wenn wir dort alles unterbringen.“ Zisterer erinnert daran, dass viele Kramsacher auch gerne einen Veranstaltungssaal hätten. Und was die von der FPÖ/GFK angesprochenen Kosten für einen Neubau anbelangt, meint er: „Wir bauen finanziell auch sicher keine Luftschlösser.“

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Ob seine Liste dem angekündigten Antrag auf Volksbefragung zustimmt, könne er derzeit noch nicht sagen. Aber er erinnert daran, „dass es einen von den Kramsachern legitimierten Gemeinderat gibt“.


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