Schwazer schafft 8700 Höhenmeter: „Ich habe durchgebissen“

Rund 8700 Höhenmeter meisterte der Schwazer Emmerich Seebacher für den guten Zweck. Er stieg nämlich 13 Mal hintereinander mit den Tourenski zum Hecherhaus auf.

Emmerich Seebacher hat für den guten Zweck beim Skitouren-Rennen in Schwaz mit einer sportlichen Herausforderung beeindruckt.
© Seebacher

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Er hat das geschafft, was wohl noch keiner vor ihm geschafft hat: Emmerich Seebacher ist an einem Tag gleich 13 Mal mit den Tourenski bis zum Hecherhaus aufgestiegen.

In der Dunkelheit am frühen Morgen und bei Regen startete Seebacher am Freitag von seiner Haustür aus los. Zu Fuß ging es zuerst von Schwaz hinauf bis zum Skigebiet Kellerjoch. Dann lautete das Ziel: elfmal in Folge rund 570 Höhenmeter und 3,7 km bis zum Hecherhaus mit den Tourenski. Die letzte Runde wollte er beim 11. Nacht-Skitourenlauf der Naturfreunde Schwaz am Abend mit all den anderen Startern absolvieren. Denn für Seebacher war es nicht nur eine sportliche Herausforderung, er wollte anlässlich des 110-Jahr-Jubiläums der Naturfreunde auch etwas Gutes tun. Für jede absolvierte Runde spendeten Sponsoren und Freiwillige Geld, das einem in Not geratenen Mitglied des Vereins zugutekommen wird.

Emmerich Seebacher.
© Seebacher

Es war ein Kampf. Regen, Kälte und rund 20 Zentimeter Schnee auf der Piste brachten Seebacher an seine Grenzen. „Das war brutal. Bis 13 Uhr waren die Bedingungen fast unmenschlich“, schildert er. Aber als er um 10.30 Uhr die siebte Runde erledigt und dabei seine persönliche Bestzeit gesprengt hatte, erhielt er einen Motivationsschub. „Das war ein super Gefühl – trotz der ganzen Widrigkeiten. Die Bedingungen waren schlecht, aber es hat alles gut funktioniert. Es ging mir so leicht von der Hand“, sagt Seebacher.

Es lief so gut, dass er früher als gedacht zehn Runden gemeistert hatte. Bis zum elften Aufstieg mit den vielen Teilnehmern des Nacht-Sktitourenlaufs blieb noch genug Zeit. „Also bin ich einfach noch zwei Mal rauf und runter“, sagt Seebacher mit einem Grinsen. So mancher hätte ihm kaum fünf Runden zugetraut und dann legte er einfach noch zwei obendrauf.

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Einige Fans feuerten ihn an.
© Seebacher

„Ich habe durchgebissen. Es war so ein super Tag.“ Ganz rund ist aber nicht alles gelaufen. Denn ein Müsliriegel rührte seinen Magen auf. Er kämpfte gegen die Schmerzen an. Zusätzlich musste er wegen Schneeverwehungen ständig bergauf spuren. Seine Handschuhe waren nach jeder Runde klatschnass. Es war hart. Aber das Ziel vor Augen gab es für den Unternehmer kein Zurück. Er hat alles gegeben und bei der letzten Runde mit seinen Mitarbeitern auch noch die beste Team-Durchschnittszeitwertung geholt.

Ein Wahnsinnsgefühl, wie er selbst sagt. Immerhin ­erreichte er mit seinen 13 Aufstiegen inklusive Marsch zum Skigebiet fast die Höhe des Mount Everest. Eine Besonderheit war auch die gemeinsame Runde beim Rennen. Denn heuer wurde mit 108 Startern der Teilnehmerrekord geknackt.

Bis 23. Februar kann noch für „Naturfreunde in Not“ gespendet werden: BTV Innsbruck mit dem IBAN AT33 1600 0001 0064 4142.


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