Jetzt gesucht: Günstige Ideen für alte Talstation der Patscherkofelbahn

BM Willi nimmt 150.000 Euro in die Hand und ruft einen Ideenwettbewerb für die ehemalige Kofelstation aus. Das stößt in Igls auf völliges Unverständnis.

Für die alte Kofelstation soll ein Ideenwettbewerb starten. In Igls sorgt das angesichts fixfertiger Pläne zur Nachnutzung für Ärger
© Rudy De Moor

Von Denise Daum

Igls – Für Kopfschütteln sorgt Bürgermeister Georg Willi mit seiner Ankündigung, einen Ideenwettbewerb rund um die leerstehende Talstation der alten Patscherkofelbahn in Igls auszurufen. 150.000 Euro sollen dafür bereitgestellt werden. „Wir hoffen auf viele gute Vorschläge“, sagt Willi. Nachsatz: Das Budget dürfe natürlich nicht zu sehr belastet werden. Die ursprünglich für die Nachnutzung der denkmalgeschützten Talstation und des umliegenden Geländes vorgesehenen drei Millionen Euro sind bekanntlich futsch. Das Geld floss in die Mehrkosten der neuen Bahn.

Den Iglern ist die Stadt Innsbruck aber trotzdem in der Pflicht. Der Agrargemeinschaft Igls wurde vertraglich zugesichert, die alte Talstation zu erhalten, zu adaptieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die ­Agrar ermöglichte ihrerseits dafür den Neubau der Bahn. Georg Willi betont, alles zu tun, um den Vertrag auch zu erfüllen.

Agrar-Obmann Karl Zimmermann ortet in dem nun ausgerufenen Ideenwettbewerb ein „Ablenkungsmanöver, um die Umsetzung der versprochenen Maßnahmen auf die lange Bank zu schieben“. Es gebe keine Ideen mehr zu erarbeiten – bereits 2016 gab es einen von der Stadt Innsbruck initiierten groß angelegten Bürgerbeteiligungsprozess. Dabei kam heraus, dass die Talstation ein offenes Stadtteilzentrum werden solle, mit Veranstaltungsräumen und Platz für die Vereine sowie die Jugend. Konkret soll die Jugendbox vom Widumplatz, der verbaut wird, zur alten Talstation übersiedeln. Zimmermann pocht auf die Vertragseinhaltung, immerhin habe die ­Agrar ihren Teil ja schon erfüllt.

Maria Zimak, die Vorsitzende des Stadtteilausschusses Igls, ist schlichtweg fassungslos, als sie von dem Ideenwettbewerb hört. „Zahlreiche Iglerinnen und Igler haben viel Zeit geopfert und sich beim Bürgerbeteiligungsprozess engagiert. Im Jahr 2017 ist schlussendlich ein fixfertiges Nutzungspaket festgelegt worden, das die damalige Stadtregierung auch akzeptiert hat“, erinnert Zimak an den intensiven Bürgerbeteiligungsprozess.

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Für das Gebiet rund um die Talstation, das im Besitz der Stadt Innsbruck ist, sei bereits die Installierung einer so genannten „Sportspange“ vereinbart worden: ein kleiner Fußballplatz, der im Winter zum Eislaufplatz wird, zwei Beachvolleyballplätze sowie ein Spielplatz.


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