Imster Gemeinden kümmern sich verstärkt um die Mobilität

Auch ohne gemeinsamen Mobilitätsbeauftragten bemühen sich Imster Kommunen um die Schaffung neuer Busverbindungen.

Das Imster „Bußkreuz“ ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des Bezirkes. „Je weiter die Strecke, desto öffentlicher der Verkehr“, beobachtet der Tarrenzer Dorfchef Rudolf Köll.
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Von Alexander Paschinger

Nassereith, Tarrenz, Mils –Das Ötztal hat bereits einen Mobilitätsbeauftragten engagiert und arbeitet an der Zukunft der Verkehre ins, im und aus dem Tal. Das Pitztal dockt derzeit an die Mitfahrbörse „ummadum“ an und hätte sich gerne an einem bezirksweiten Mobilitätsbeauftragten über den Regio-Verein beteiligt. Es gab jedoch auch Gemeinden wie Nassereith, Tarrenz oder Mils, die diese Möglichkeit per Gemeinderatsbeschluss abgelehnt haben. Diese sind aber sehr wohl an der Mobilität interessiert. Nur dass sie das Heft verstärkt selbst in die Hand nehmen.

„Was nützt es, wenn es noch drei Mobilitätsbeauftragte gibt?“, meint etwa der Tarrenzer Bürgermeister und Kritiker eines bezirksweiten (mit Ausnahme Ötztal) Verantwortlichen, Rudolf Köll. „Dieses Projekt haben wir jetzt einmal auf Eis gelegt“, bestätigt Markus Mauracher, der Geschäftsführer des Regio-Vereins. Eine Kooperation mit dem Ötztaler Mobilitätsbeauftragten war nicht möglich und ein halbtägig Angestellter für die übrigen Gemeinden ohne Imst wäre wohl nicht sinnvoll, so Mauracher. „Vielleicht gelingt es uns nächstes Jahr.“

Mils, Tarrenz und Nassereith sind unterdessen nicht untätig gewesen: Schon im Dezember wurde ein zusätzlicher Bus zwischen Imst und Nassereith eingerichtet. „Der kostet uns insgesamt 6000 Euro“, erklärt der Nassereither Dorfchef Herbert Kröll. Die Investition teilen sich Nassereith und Tarrenz.

Mit Mils sollte es ab nächstem Jahr wieder eine Busverbindung von Nassereith bis nach Landeck geben. „Dabei geht es zum einen um all jene, die zum Krankenhaus nach Zams wollen, aber auch um die Schüler auf dieser Strecke“, so Köll. Ihn interessieren außerdem Verbindungen in die Tarrenzer Ortsteile Strad und Obtarrenz. „Der Bedarf ist da, aber die Busse müssen dann auch angenommen werden“, beoachtet Köll: „Je weiter die Strecke, desto öffentlicher der Verkehr.“ Umgekehrt seien es vor allem die kurzen Wege, die in den Dörfern mit dem eigenen Fahrzeug bewältigt werden.

Die nun auslaufende Verbindung Nassereith-Zams muss übrigens, wie der Milser Bürgermeister Markus Moser weiß, vom VVT EU-weit ausgeschrieben werden. Zusätzliche Kosten entstehen nur, wenn die Gemeinden Zusatzwünsche haben. Einer davon ist für Moser eine Ruftaste im Milser Gewerbegebiet: Bei Bedarf könnte dann die dortige Haltestelle auch untertags angefahren werden.

Und Nassereiths Dorfchef Kröll ist heute mit den Plateau-Gemeinden bei einem Verkehrs-Treffen: Es geht darum, einen Bus, der bisher von Innsbruck nur nach Telfs fährt, bis zum Verkehrsknoten Nassereith zu verlängern.


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