Coronavirus trifft Tiroler Firmen: Keine Dienstflüge bei Swarovski und Med-El

Die Sorge vor dem Coronavirus stoppt auch in Tiroler Betrieben Dienstreisen und zwingt Mitarbeiter zu Home Office. Eine App hilft Unternehmern.

In Asien ist das Coronavirus weit verbreitet, Swarovski und Med-El stoppen Dienstreisen.
© TT / Thomas Böhm

Von Verena Langegger

Innsbruck – Das Coronavirus hat mittlerweile auch Auswirkungen auf Tiroler Unternehmen. So hat die Swarovski-Geschäftführung einen allgemeinen Stopp von Geschäftsreisen für alle Mitarbeiter verfügt. Und wer sich bereits auf Geschäftsreise befindet – etwa in Italien, dem Iran, Südkorea, Japan oder Singapur –, wird dringend ersucht, zurückzukehren. Nach der Rückkehr werden dann zwei Wochen Home Office verordnet.

Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe höchste Priorität, sagt Markus Langes-Swarovski, Konzernsprecher und Mitglied des Executive Boards. Doch nicht nur nach Auslandsreisen, auch sonst können verunsicherte Mitarbeiter bei Swarovski ab sofort im Home-Office arbeiten. Jene Angestellten, die sich kürzlich beruflich auf einer Messe in Mailand aufgehalten und nach ihrer Rückkehr über entsprechende Symptome geklagt hatten, wurden freigestellt. Vorerst habe sich jedoch kein Verdacht bestätigt. Auch international ist Swarovski mit den Folgen des Virus konfrontiert: China zählt ja für Swarovski zu den wichtigsten Wachstumsmärkten. Für das laufende Geschäftsjahr wird mit einem Umsatzrückgang – auch in den 400 derzeit geschlossenen Shops in China – gerechnet. Außerdem gebe es in den Swarovski Kristallwelten Wattens und den Stores Innsbruck und Wien wegen des Gruppenreiseverbots und Flugstopps einen Rückgang von Gästen aus China.

Auch bei Med-El wird die Situation sehr ernst genommen, erklärt Geschäftsführerin Ingeborg Hochmair. Mitarbeiter, die in betroffenen Gebieten unterwegs waren, dürfen zwei Wochen nicht in der Firma arbeiten. Wer nicht von zuhause arbeiten kann, werde dienstfrei gestellt. Gestoppt wurden – wie bei Swarovski – Auslandsreisen in betroffene Gebiete. „Bei Reisen nach Italien sprechen wir uns ab“, sagt Hochmair. Aber auch innerhalb des Betriebes werden strenge Hygienemaßnahmen gefordert. Es werde etwa versucht, eine Minimumdistanz von 1,5 Metern zwischen den Mitarbeitern einzuhalten.

Die Wirtschaftskammer hat gestern eine Infoservice-App für Unternehmer, aber auch sonstige Interessierte präsentiert. Darin gebündelt sind Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus. Der Arbeitsrechtler der Wirtschaftskammer Bernhard Achatz rät jedenfalls zur Besonnenheit. Wer Mitarbeiter in Quarantäne schicken müsse, sei aber abgesichert: „Nach dem Epidemiegesetz ist dies eine behördliche Anordnung.“ Geld werde dann vom Bund refundiert.

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