Keine Entwarnung in Großbritannien nach Abzug von Sturm

Auch nach dem Abziehen von Sturm „Dennis“ gibt es bei den Überschwemmungen in Großbritannien noch keine Entwarnung. Für zwei Flüsse im Westen Englands galt am Montag weiter die höchste Warnstufe. Der Chef des Umweltamts, James Bevan, sagte der BBC, bis Mitte der Woche müsse mit weiteren schweren Überschwemmungen gerechnet werden.

Vor allem in Teilen Englands und im Süden von Wales gab es am Montag weiter Überschwemmungen. Allein in England seien mehr als 400 Häuser überschwemmt worden, sagte Bevan.

Nach einer Frau, die am Sonntag nahe Tenbury im Westen Englands vom Wasser fortgerissen wurde, wurde am Montag laut Polizei weiter gesucht. Am Sonntag war die Leiche eines etwa 60-jährige Mannes aus dem Fluss Tawe im Süden von Wales geborgen worden. Die genauen Umstände seines Todes seien aber unklar, erklärte die Polizei am Montag.

Am Samstagmorgen waren vor der Südküste Englands bei rauer See zwei Leichen geborgen worden. Bei einem der Toten handelt es sich womöglich um einen Mann, der Stunden zuvor von einem Tanker gefallen war.

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Eine Woche zuvor hatte bereits der Sturm „Ciara“ Großbritannien heimgesucht und für Überschwemmungen, Verkehrschaos und Stromausfälle gesorgt. In Frankreich, das ebenfalls das zweite Wochenende in Folge betroffen war, waren am Montag noch rund 20.000 Haushalte ohne Strom.

Angesichts der bedrohlichen Lage hagelte es Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Die oppositionelle Labour-Partei hinterfragte, warum Premier Boris Johnson nicht den nationalen Krisenstab Cobra einberufen habe. Dies hatte er zum Beispiel bei einem Unwetter im November - vor seiner Wahl - veranlasst.

„Wir haben getan, was wir tun konnten“, sagte hingegen George Eustice, seit einigen Tagen der neue Umweltminister Großbritanniens, am Montag dem Nachrichtensender Sky News. Am Ausmaß der Schäden sei die „Natur des Klimawandels“ schuld, das Wetter werde immer extremer. „Wir werden niemals jeden einzelnen Haushalt schützen können.“ Eustice war im Zuge einer größeren Kabinettsumbildung zum Umweltminister ernannt worden. In Großbritannien findet im November die 26. UN-Klimakonferenz statt.


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