56 Räder samt Peilsender aus Geschäft in St. Johann geklaut

Nach Einbruch in St. Johann wurde ahnungsloser Täter in Amstetten gestoppt.

Mountainbikes, insbesondere mit Elektroantrieb, erfreuen sich nicht nur bei Sportlern, sondern auch bei Dieben zunehmender Beliebtheit.
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Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Der Schuss ging nach hinten los: Wenige Stunden nach einem erfolgreichen Geschäftseinbruch in St. Johann klickten in Niederösterreich die Handschellen. Der Grund für die rasche Klärung des Falls: Die gestohlenen Fahrräder waren mit Peilsendern ausgestattet. So konnten der Geschäftsinhaber und damit auch die Polizei den Abtransport der Beute auf dem Handy in Echtzeit verfolgen.

Es war in der Nacht zum Montag, als die Einbrecher in ein Mountainbikegeschäft in St. Johann eindrangen. Offenbar handelte es sich um Profis, die wussten, was sie taten: „56 Räder wurden gestohlen“, bestätigte ein Mitarbeiter des Geschäfts. Darunter angeblich auch zahlreiche hochwertige E-Bikes. Die Täter luden die sperrige Beute in einen Transporter und ergriffen die Flucht. Offenbar planten die Einbrecher, Österreich in Richtung Osteuropa zu verlassen.

Allerdings ging der Plan schief: Wenige Stunden nach dem Einbruch und 240 Kilometer von St. Johann entfernt konnten Beamte der niederösterreichischen Polizei auf der Westautobahn bei Am­stetten den Transporter mit der Beute orten und stoppen.

Beim raschen Fahndungserfolg waren weder Glück noch Zufall im Spiel. Sondern kleine Peilsender, die in einigen der gestohlenen Fahrräder montiert waren. „Die Sender stammen von einer Innsbrucker Firma“, sagt der Mitarbeiter des St. Johanner Fahrradgeschäfts.

Wie diese Diebstahlssicherungen genau funktionieren, erklärt Stefan Sinnegger vom Hersteller PowUnity in der Feldstraße: „Der BikeTrax ist etwa so groß wie ein Feuerzeug und wird im Fahrrad versteckt. Von außen ist nichts zu sehen.“ Sobald das Bike bewegt wird, „schlägt der Tracker auf dem Handy des Besitzers Alarm“. Das Opfer wird auf diese Weise nicht nur vom Diebstahl informiert, sondern erfährt auch, wo sich sein Rad befindet. „Auch der Standort des BikeTrax und damit des Fahrrades wird auf dem Handy angezeigt“, beschreibt Sinnegger die Funktionsweise. Einziger Wermutstropfen: Das System funktioniert nur bei E-Bikes, da der Peilsender Strom benötigt. Und der kommt vom Elektromotor. In der Praxis hat sich der Peilsender aus Innsbruck längst bewährt: „Im Durchschnitt haben wir eine Straftat pro Woche, die mithilfe des BikeTrax geklärt werden kann.“ Tausende Privatkunden und etwa 500 Händler haben die Diebstahlssicherung bereits in Verwendung.

Knapp 200 Euro kostet das System bei der Anschaffung, weitere vier Euro werden pro Monat für die Datenübertragung fällig. „Wenn das Rad im Winter im Keller steht, kann man die Aktivierung aber stilllegen und sich die vier Euro sparen“, erläutert Sinnegger.


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