Verkehrsstatistik in Kufstein: 2019 waren mehr Alkosünder unterwegs

Hoffen heuer auf mehr vernünftige Verkehrsteilnehmer: Bezirkskomm. Walter Meingassner, Bezirkshauptmannstv. Herbert Haberl und stv. Bezirkskomm. Peter Franz (v. l.).
© Hrdina

Von Jasmine Hrdina

Kufstein –„Das neue Jahr fängt nicht gut an“, schickte Kufsteins Bezirkshauptmannstellvertreter Herbert Haberl bei der gestrigen Präsentation der Verkehrsstatistik 2019 Bezirk Kufstein voraus. Das Problem: Alkoholisierte am Steuer. Die Zahl der Alkoholanzeigen ist von 393 angezeigten Fällen 2018 auf 434 gestiegen(+10 Prozent). Beim Großteil davon (304) wurden 0,8 Promille oder mehr gemessen. Die Steigerung liege nicht nur an der Tatsache, dass Polizeistreifen im Vergleichszeitraum um ein Drittel mehr Alkoholvortests durchgeführt haben (gesamt 20.000). „Das Unrechtsbewusstsein ist leider oft nicht da“, bemängelte Bezirkspolizeikommandant Walter Meingassner.

Das betreffe auch das Thema Restalkohol. „Manche meinen, wenn sie fünf Stunden schlafen, sind sie wieder nüchtern“, erklärt Peter Franz, neuer stv. Kommandant am Bezirkspolizeikommando Kufstein. Pro Stunde baue der menschliche Körper – je nach Beschaffenheit – zwischen 0,1 und 0,2 Promille Alkohol ab. Bei einem Promille dauert es also fünf bis zehn Stunden, bis man wieder nüchtern ist. „Hinzu kommt, dass der Körper nach dem Konsum von Alkohol bis zu zwei Stunden braucht, um diesen aufzunehmen. Bis dahin steigt der Promillewert also noch weiter“, so Franz.

Heuer werde die Polizei daher einen Schwerpunkt auf Kontrollen auch in den Morgenstunden setzen, kündigten die drei Gesetzessprecher an. Tirolweit wird die Exekutive ein Auge darauf haben, wer seine Hände statt am Steuer mit einem Handy am Ohr hat. „Selbst wer mit Freisprecheinrichtung fährt, hat eine verminderte Aufmerksamkeit vergleichbar mit einem Alkoholpegel von 0,5 bis 0,8 Promille“, zeigte Meingassner auf. Im Bezirk Kufstein wurden im vergangenen Jahr schon 1488 Telefon-Sünder angehalten, 2018 waren es noch 890.

Den Führerschein abgeben mussten letztes Jahr 710 Lenker – etwa die Hälfte davon, weil sie alkoholisiert am Steuer saßen. Besorgniserregend sei die steigende Zahl der Drogenlenker. Wurd­e 2018 noch fünf Personen der Führerschein an Ort und Stelle entzogen, weil sie unter Drogeneinfluss auf den Straßen im Bezirk unterwegs waren, mussten sich 2019 schon 19 von ihrem „Lappen“ verabschieden. „Diese Zahl wird künftig steigen, weil wir neue Schnelltests haben, die alle Arten von Drogen im Speichel aufzeigen“, wirft Franz einen Blick voraus. Bei Erstdelikten ist der Führerschein für einen Monat weg, aufwändig seien aber vor allem die amtsärztlichen und psychiatrischen Untersuchungen, denen man sich dann noch unterziehen muss, warnt Haberl.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Weitere Zahlen aus der Verkehrsstatistik

  • Verkehrsunfälle mit Sachschaden 2019: 1870 (+74 im Vgl. zu 2018).
  • VU mit Personenschaden 2019: 397 Unfälle (-11) mit 534 verletzten Personen (+54), 6 Personen verstarben (+3). In 39 Fällen waren die Lenker alkoholisiert (+7). 40 Motorrad- (+1) und 44 Mopedlenker (-11) waren in Unfälle verwickelt. Zwei Zweiradlenker starben.
  • Schwerverkehr: Es wurden 687 Lkw überprüft (ohne Autobahnkontrollstellen). Dabei gab es 437 Verwaltungsanzeigen.

Schlagworte