Zweifel an Hochwasserschutz fußt auf „Informationslücken“

Eine Bürgerinitiative aus Radfeld trug LHStv. Josef Geisler gestern ihre Bedenken zum Hochwasserschutz vor. Dieser hofft auf ein Einsehen.

Initiativen-Vertreter (v. l.): Wolfgang Dander, Michael Mayr, Gerd Margreiter und Peter Lentsch (r.) brachten gestern LHStv. Josef Geisler (3. v. r.) und Sachbearbeiter Markus Federspiel (2. v. r.) ihre Sorgen vor.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Jasmine Hrdina

Radfeld, Innsbruck –Mit 1200 Unterschriften in gebundener Form marschierten gestern Mittag die Mitglieder der „Radfelder Bürgerinitiative für einen sinnvollen Hoch- und Grundwasserschutz für ganz Tirol“ in das Büro des für Wasserbau zuständigen LHStv. Josef Geisler (ÖVP). Die Botschaft: Die aktuellen Pläne für den Hochwasserschutz im unteren Unterinntal sind für die Radfelder nicht akzeptabel. Bekanntermaßen weigert sich die Gemeinde mit BM Josef Auer (Zukunft für Radfeld) an der Front, einem Hochwasserschutzverband beizutreten, und will dabei bis zu höchstgerichtlichen Instanzen vorgehen (die TT berichtete).

LHStv. Geisler hofft, dass es so weit nicht kommen muss. Bis zu einem Urteil könnten bis zu zwei Jahre verstreichen, die Umsetzung des Hochwasserschutzes für das untere Unterinntal dementsprechend verzögert werden.

„Kompromisse eingehen und topografische wie wissenschaftliche Fakten anerkennen“ – das fordern die Bürgermeister der Gemeinden Kundl (Anton Hoflacher), Breitenbach (Alois Margreiter), Kramsach (Bernhard Zisterer), Brixlegg (Rudolf Puecher) und Rattenberg (Bernhard Freiberger) in einer gemeinsamen Presseaussendung. Wenngleich der Appell an niemand Speziellen – also auch nicht Radfeld – gerichtet ist. Man solle „die Umsetzung entsprechend den getroffenen Vereinbarungen vortreiben und nicht weiter in die Länge ziehen“, heißt es in dem Schreiben.

Die Bevölkerung sei zu wenig über die Fakten informiert, ortet indes Geisler Kommunikationsbedarf außerhalb der Amtsstuben. Das habe sich für ihn im Gespräch mit der Radfelder Bürgerinitiative – private Hausbesitzer, keine Kommunalpolitiker – gezeigt. „Uns wurde versprochen, dass sich die Grundwassersituation durch die Bauten nicht verschlechtern wird“, zeigt sich Initiativen-Sprecher Gerd Margreiter nach dem 45-minütigen Gespräch zufrieden. Man werde das Angebot eines weiteren Termins mit dem Sachverständigen des Landes Markus Federspiel annehmen.

Für das rebellische Radfeld äußerte Geisler im Gespräch mit der TT Verständnis: Radfeld müsse sich übergebührlich in den Hochwasserschutz einbringen, weil Wörgl keine eigenen Retentionsflächen hat. Dabei profitiere die Stadt beim Wegfall von roten Zonen stark. „Wörgl könnte einen Teil der Kommunalsteuern aus dem erweiterten Gewerbegebiet an Radfeld abgeben“, so Geisler. „Interkommunale Gewerbegebiete sind gar nicht so abstrakt.


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