Lösung für Aufnahmestopp in Wörgler Seniorenheim in Sicht

Neue Regelung für Taggeldsätze angedacht. Wörgler Seniorenheim wieder für alle offen.

Die Debatte um den Aufnahmestopp im Wörgler Seniorenheim scheint nun eine positive Wende zu nehmen.
© Hrdina

Wörgl – Eine positive Wende scheint die Debatte um den Aufnahmestopp im Wörgler Seniorenheim zu nehmen. Wie berichtet, hatte die Gemeinde beschlossen, nicht mehr als 135 Bewohner, keinesfalls jedoch weiterhin Bürger aus den umliegenden Gemeinden aufzunehmen. Grund dafür war das neue Taggeldmodell des Landes (derzeit in der Pilotphase), wonach die Stadt für die Betreuung eines 136. Bewohners 250.000 Euro mehr in die Hand hätte nehmen müssen.

Gestern trafen Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und die Bürgermeister Hedi Wechner (Wörgl), Josef Haaser (Angath), Walter Osl (Angerberg) und Dieter Martinz (Mariastein) für eine Lösungsfindung zusammen. Mit Erfolg: Die Grenze für die niedrigeren Taggeldsätze soll auf Heimgrößen von 150 oder mehr Betten erhöht werden.

So wird es LR Bernhard Tilg am kommenden Montag dem Gremium aus Vertretern des Landes Tirol, des Tiroler Gemeindeverbandes und der Stadt Innsbruck vorschlagen.

Von heute auf morgen können wir nicht auf 150 Bewohner aufstocken.
Hedi Wechner (Bürgermeisterin Wörgl)

„Ich bin guter Dinge, dass das am Montag erfolgreich ausverhandelt wird“, freut sich Wörgls BM Hedi Wechner über diese Entwicklung, die die Gemeinde dann per Sanktionsbeschluss „so schnell wie möglich“ umsetzen würde. „Allerdings sukzessive“, wie sie anmerkt. „Von heute auf morgen können wir nicht auf 150 Bewohner aufstocken. Dazu fehlt uns das Personal.“ Das Seniorenheim der Stadt sucht aktuell vier Pflegekräfte.

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Optimistisch ist auch Angaths BM Josef Haaser. Man werde auf eine Vereinbarung bestehen, „damit unsere Bürger auch ein Recht auf diese Heimplätze haben“. Dies sei auch im Sinne von Wechner. Immerhin sollen sich die drei Gemeinden künftig auch an Investitionskosten beteiligen. Bisher hätten diese nämlich nur Auswärtigenbeiträge für die Bewohner – quasi Miete – bezahlt, sich aber beispielsweise an der Erweiterung des Heims (5,6 Mio. Euro) nicht beteiligt. „Wir werden uns anschauen, wie wir eine Struktur bilden können, was die einzelnen Gemeinden dabei leisten müssen und welche Rechte sie haben“, blickt Wechner auf weitere Verhandlungen – so es am Montag tatsächlich einen Beschluss gibt.

Man hätte sich das „vorhergehende Theater ersparen können“, kritisiert LA Alois Margreiter. Wörgl hätte die Gemeinden unter Druck gesetzt. „So sollte man mit Partnern nicht umgehen.“ (jazz)


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