Stadt Imst arbeitet heuer mit über 41 Millionen Euro

Das Thema Schulen macht mit 3,3 Millionen Euro in diesem Jahr einen Großteil der Investitionen der Stadt Imst aus. Die Opposition kritisiert das Fehlen angekündigter Großprojekte in der Budgetvorschau bis 2024.

Mit 15 Ja gegen vier Enthaltungen wurde der mittelfristige Finanzplan bis 2024 angenommen. Das Budget erhielt nur eine Gegenstimme.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst – Die Vorarbeiten für das neue Budget der Stadtgemeinde waren enorm. Finanzkämmerer Robert Gstrei­n musste mit seinem Team erstmals alle Vermögenswerte der Stadt erfassen und einfließen lassen. Es ging um Tausende Dinge – „jede einzelne Straßenlaterne musste auch bewertet werden“, so Gstrein. Am Dienstagabend wurde diese „Voranschlags- und Rechnungsverordnung“ (VRV), wie das Budget seit heuer heißt, mit 18:1 im Imste­r Stadtparlament beschlossen. Der mittelfristige Finanzplan wurde gegen vier Enthaltungen angenommen.

Finanzreferent und Vizebürgermeister Gebi Mantl präsentierte das neue Zahlenwerk für 2020, das insgesamt eine „Mittelaufbringung“ von 41,35 Millionen Euro und ein­e „Mittelverwendung“ von 38,48 Mio. Euro im Finanzierungshaushalt vorsieht. Im so genannten Ergebnishaushalt ergibt das wiederum ein „Maastricht-Ergebnis“ mit einem Plus von 1,25 Mio. Eur­o. Insgesamt lässt sich das neue Budget schwer mit den Vorgängerhaushalten vergleichen. „Das werden wir erst nach dem Rechnungsabschluss im nächsten Jahr tun können“, so Mantl.

Die eigenen Steuern der Stadt stiegen um 3,83 Prozent auf knapp 7,6 Mio. Euro, der Personalaufwand erreichte mit 10,2 Mio. Euro erstmals die zweistellige Millionengrenze. Der Schuldenstand wird Ende des Jahres voraussichtlich 26,65 Mio. Euro erreichen – die Pro-Kopf-Verschuldung in Imst erreicht somit 2485 Euro.

6,2 Millionen Euro sind heuer für Projekte vorgesehen. Den größten Brocken mit drei Mio. Euro macht die erst­e Baustufe der Volksschul­e Imst-Unterstadt aus, 1,2 Mio. Euro fließen in die Ausfinanzierung der Feuerwehrhall­e und eine Mio. in den Sozialwohnbau. 575.000 Eur­o gehen in Straßenbauten, 300.000 in die Planungen der NMS Oberstadt. 60.000 Eur­o lässt man sich die Erneuerung von Straßenbeleuchtungen kosten, je 50.000 Euro sind für Hochwasserschutz bzw. Innenstadtentwicklung vorgesehen.

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Die Gegenstimme zum Voranschlag 2020 kam von StR Friedl Fillafer: Er kritisierte einmal mehr 200.000 Euro für das Stadtmarketing, weil der Gemeinderat keine Verwendungsnachweise erhalte.

Für Diskussionen sorgte auch der mittelfristige Finanzplan 2021–24: GR Helmuth Gstrein kritisierte, dass das angekündigte Kulturquartier „sanft entschlafen“ sei, das Hallenbad ohne Planungskosten bedacht und „auf die lange Bank geschoben“ sei, das geplante Großvorhaben Imster Bergbahn um 53 bis 55 Mio. Euro „mit keinem Wort erwähnt“ und auch über die Räume für die Bergrettung nicht gesprochen wurde. „Können wir uns das alles leisten? Momentan sind wir im Blindflug unterwegs“, begründete Gstrein seine Enthaltung.

Überschuss für Stadtwerke

Imst – Die Stadtwerke Imst sind und bleiben das Parade­unternehmen der Stadt Imst: Einem Aufwand von 11,48 Millionen Euro steht heuer ein erwarteter Ertrag von 11,7 Millionen Euro gegenüber – ergibt einen Überschuss von 232.000 Euro, berichtete GR Christian Linser.

Die Energieversorgung (EVU) rechnet demnach mit einem Plus von 395.000 Euro, der Bereich Installatio­n trägt 7200 Euro und CNI (Kabel-TV und Internet) 75.800 Euro. Aufgrund von Investitionen kommt das Wasserwerk auf ein Minus von 116.900 Euro, der Verkauf auf minus 70.900 Euro und die Tiefgarage auf minus 58.700 Euro (bei konstanten Einnahmen in der Höhe von 51.000 Euro).

Insgesamt werden die Stadtwerke heuer knapp zwei Millionen Euro investieren. Mehr als eine Million Euro fließt dabei in den Bereich der EVU. Das Wasserwerk investiert nach 1,7 Millionen Euro im Vorjahr auch heuer wieder 454.000 Euro. In Nebenbetriebe werden 485.600 Euro gesteckt, davon allein ins CNI 403.000 Euro. (pascal)


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